• Archiv der Kategorie: Evolution

Evolution for IDiots Teil 3: Die Farben der Evolution

Valentinstag ist der Tag der Blumen. Am liebsten verschenkt werden natürlich rote Rosen oder rote Nelken. Die Farbe Rot – eine magisch schöne Rote Farbe. Dass wir diese Farbe erkennen können, verdanken wir unseren Vorfahren. Dies ist eine kleine Geschichte der Evolution des Farbfernsehens bei den Primaten.

 Farbensehen

Einige Lebewesen, so auch wir Menschen, sind in der Lage Farben zu unterscheiden. Doch was sind Farben eigentlich? Farbe ist die individuelle visuelle Wahrnehmung, die durch Licht, das in dem für das menschliche Auge sichtbaren Bereich liegt, hervorgerufen wird. Die für den Menschen wahrnehmbaren Farbreize liegen im Bereich zwischen 380 Nanometern und 780 Nanometern des elektromagnetischen Spektrums. Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung (Abb. 1). … weiterlesen

Evolution for IDiots Teil 2: Irreduzierbare Komplexität und die Evolution des Auges

In Teil 1 unserer Reihe „Evolution for IDiots“ befassten wir uns mit der Evolution des Kreationismus. Dabei lernten wir die modernste Version des Kreationismus, das „Intelligent Design“ kennen. Intelligent Design unterscheidet sich von den anderen „klassischeren“ Formen des Kreationismus dadurch, dass sie – zumindest in der Öffentlichkeit – die religiösen Bekundungen des Schöpfungsglaubens auslassen. Weiterhin erkennen sie das hohe Alter der Erde an. Stattdessen haben sei einen anderen Schwerpunkt, nämlich den „Design“ in der Natur. Die Komplexität des Lebens könne nicht durch blinden Zufall entstanden sein. Außerdem sind die komplexen Strukturen irreduzierbar komplex, d. h., wenn man einzelne Teile aus einem System entfernt, so ist dieses System nicht mehr funktionsfähig. Diese komplexen Dinge können nicht einfach so entstanden sein, viel mehr war ein intelligenter Designer am Werk. Diese Argumentation geht auf William Paley zurück, einem berühmten Naturtheologen, der 1802 „Natural Theology“ schrieb. Paleys berühmteste Metapher ist die des Uhrmachers. Wenn man an einem Strand entlangläuft und eine Uhr findet, dann weiß man, dass diese Uhr nicht durch Zufall entstanden sein kann, sondern, dass diese designt wurde, die also jemand gemacht habe. Dasselbe gilt auch für das Leben. In Teil 1 hatten wir den philosophischen Fehler des Intelligent Designs auseinandergenommen. In diesen Teil befassen wir uns mit einem der Lieblingsbeispiele des Intelligent Designs und erörtern, dass diese nicht durch einen Intelligenten Designer, sondern durch Evolution entstanden sind.

Perfektes Design?

… weiterlesen

Evolution for IDiots Teil 1: Die Evolution des Kreationismus

Vorwort

Kreationismus ist der pseudowissenschaftliche Irrglaube, dass Evolution eine Lüge sei. Allen Kreationisten gemeinsam ist die spezielle Schöpfung der Arten durch Gott, was einer Ablehnung der natürlichen Selektion zur Erklärung der Artenvielfalt gleichkommt. Für Fundamentalisten ist die Bibel keine Sammlung von Mythen, Metaphern und Prophezeiungen, sondern Offenbarung Gottes. Sie ist daher wahr und enthält die wahren Fakten. Sie wird zum wissenschaftlichen Text. Widersprechende Aussagen der Naturwissenschaften müssen daher falsch sein. Die Artikelreihe „Evolution for IDiots“ soll sich mit einigen Vorwürfen des Kreationismus gegen die Evolution befassen. Bei dem Titel handelt es sich um ein Wortspiel: IDiots (großes „I“ und großes „D“) hat die Abkürzung für „Intelligent Design“ (kurz ID), einer Abart des Kreationismus, im Namen drin. Die Verbindung zwischen Intelligent Design und Idiot passt einfach zu gut.

Die Ursprünge der biblischen Schöpfungsgeschichte

So ziemlich jede Kultur hat ihre Schöpfungsgeschichte und ihre Mythen, die das Verhältnis der Menschen zur Erde und zu ihren Göttern reflektieren, das Christentum, bzw. die christliche Schöpfungslehre, hat also keinerlei Sonderstellung in dieser Reihe.

… weiterlesen

Was ist eine Art? Teil 3/3: Die Entstehung von Arten

Wir befassten uns in den vorherigen Abschnitten mit der Frage ob Arten real sind und wie wir diese definieren. Des Weiteren kam auch der Prozess der Artbildung zur Sprache. Gerade dieser Aspekt soll in diesem Teil näher untersucht werden, indem aktuelle Beispiele für Isolationsmechanismen und Artbildungsprozesse dargestellt werden.

Beispiele für Isolationsmechanismen

Viele Arten haben unterschiedliche Fortpflanzungszyklen. Zwei verwandte Arten der Feldgrillen (Gryllus pennsykvanicus und G. veletis) paaren sich zu unterschiedlichen Jahreszeiten, eine im Herbst, die andere im Frühjahr (Harrison 1979). Viele Arten haben auch unterschiedliche Habitatansprüche. Zwei Marienkäfer der Art Henosepilachna nipponica und H. yasutomii auf Japan nutzen unterschiedliche Nahrungspflanzen. Beide Arten pflanzen sich auch nur auf der bevorzugten Nahrungspflanze fort, sodass ein Genaustausch verhindert wird (Katakura & Hosogai 1994). Zwei Korallenarten im Atlantik, Montastraea annularis und M. franksi, geben im Abstand von 1,5 – 3 Stunden ihre Gameten ins Wasser ab. Diese Zeit reicht aus, dass die Gameten der einen Art nicht die Gameten der anderen Art, die ihre Gameten zu einem etwas späteren Zeitpunkt ins Wasser gibt, befruchten kann (Knowlton et al. 1997).

… weiterlesen

Was ist eine Art (Spezies)? Teil 1/3: Die Realität der Arten

Vorwort:

In dieser dreiteiligen Reihe soll ein Gegenstand der Biologie untersucht werden, der für Biologen die fundamentale Einheit in der Untersuchung von Ökosystemen und der Evolutionsgeschichte des Lebens ist: die Art. Schon im Artikel zur phylogenetischen Systematik wurde darauf hingewiesen, wie Lebewesen in der Taxonomie nach dem Nomenklatur-System von Carl von Linneé geordnet werden. Innerhalb dieses Ordnungssystems (Klasse-Familie-Ordnung-Gattung-Art) stellt nur die Art ein natürliches System dar, ist also eine biologische Realität. Alle Ränge oberhalb der Art werden als künstliches System angesehen, die ähnliche Gruppen miteinander verbinden. Doch was sind Arten eigentlich? Warum sind sie eine biologische Realität? Oder sind sie doch nur ein künstliches Konstrukt? Interessanterweise gibt es auch solche Theorien. Ein Youtube-Video mit dem Titel „Why Species don’t exist“ (Warum Arten nicht existieren) stellt die provokante Behauptung auf, dass Arten ein künstliches Produkt der menschlichen Sprache seien und in der Realität gar nicht existieren. Diese Argumentationsweise erinnert sehr stark an die Behauptung, dass es mehr (viel mehr) als zwei Geschlechter gäbe. Freilich ist dieses Youtube-Video nicht von einem Biologen veröffentlicht worden, genauso wie die Behauptung, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, ebenfalls überwiegend von Nicht-Biologen vertreten wird. Dennoch gibt es eine Minderheit von Biologen, die Arten (oder Geschlechter) ebenfalls als „künstliches“ Produkt ansehen, als etwas „Pragmatisches“, dass in der Biologie genutzt werden müsse, weil es passe. Offensichtlich scheint sozialkonstruktivistisches Denken in der Biologie auch jenseits der Geschlechterfrage vorzukommen. Ziel dieser Artikelreihe ist es daher, sich mit dem Konzept und der Problematik der Art näher auseinanderzusetzen. Dies mag für Nicht-Biologen wie eine Belanglosigkeit klingen, doch überspitzt formuliert könnte man sich die Frage stellen: Wenn Arten keine (biologische) Realität darstellen, wenn sie ein „Spektrum“ darstellen, bei der wir Menschen Lebewesen künstlich in irgendwelche Schubladen stecken, wozu braucht es da einen Artenschutz? Wozu die Roten Listen bedrohter Arten? Wozu nach Arten in Ökosystemen suchen, um diese zu bewahren? Dabei ist Artenschutz und Artenkenntnis der erste (und vielleicht wichtigste) Schritt natürliche Lebensräume zu bewahren. Und der Erhalt natürlicher Lebensräume ist der beste Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Wenn alle Arten doch ein breites, kontinuierliches Spektrum sind, sollte das alles doch nicht notwendig sein? Ich möchte nicht unterstellen, dass jene Biologen und andere, die argumentieren Arten seinen nicht real, solche Positionen vertreten. Doch in einer Zeit voller Bolsonaros und Trumps, die in der Bewahrung natürlicher Lebensräume keinerlei Wert sehen, sind solche irrationalen Sichtweisen ein gefundenes Fressen (oder Brandherd). Daher widmet sich diese Artikelreihe der Artproblematik.

Der erste Teil befasst sich mit der Realität der Arten und geht der Frage nach wie man die Realität der Arten bestimmen kann. Dabei wird auch das Problem der Hybridisierung angesprochen.

Teil zwei befasst sich mit der Definition von Arten, hauptsächlich mit dem biologischen und dem phylogenetischen Artkonzept und der daraus resultierenden Fragen und Problemstellungen. Es wird auch der Frage nachgegangen warum es so viele Artkonzepte gibt und warum sich Arten in der Evolution überhaupt bilden.

Teil drei hat die Sichtweise der Kreationisten und ihres „Grundtypenmodells“ (englisch: „kind“) zum Thema und gibt Einblicke in die Erforschung und Entdeckung neuer Arten.

… weiterlesen

Sugar-Daddy? – Der Irrsinn des Kreationismus

Kreationismus ist der pseudowissenschaftliche Irrglaube, dass Evolution eine Lüge sei. Er ist, wie die Leugnung des anthropogenen Klimawandels, Homöopathie, Esoterik und die Impfgegner Ausdruck der Fäulniserscheinung einer untergehenden Gesellschaftsformation. Der Kreationismus hat, je nachdem welcher religiös-fundamentalistischen Ausrichtung man anhängt, unterschiedliche Facetten. Jedoch lassen sich in etwa zwei Hauptrichtungen erkennen: Zum einen gibt es die „Junge-Erde-Kreationisten“, also jene Fundamentalisten, die die Bibel wörtlich nehmen und das Alter der Erde auf etwa 6000 Jahre schätzen. Gott habe dabei die Erde in eben diesen 6 Tagen geschaffen. Zum anderen gibt es die „Alte-Erde-Kreationisten“, die zwar das hohe geologische Alter akzeptieren und die Bibel nicht ganz so wörtlich nehmen, den Evolutionsgedanken jedoch ablehnen. Wenn sich Arten wandeln, dann handelt es sich nicht um einen natürlichen Prozess, sondern ein „intelligenter Schöpfer“ ist am Werk. Hierzu gehört z. B. die „gap theory“. Diese erkennt das hohe Alter der Erde an. Die sechs Tage der Genesis geschahen erst nach einer langen Pause. Sehr alte Fossile gehören der ersten Periode an, deren Leben von Gott vor der Schöpfung Adam und Evas zerstört wurde. Nach der “day-age theory” sind die Tage der Genesis nicht wörtlich zu nehmen, sie können durchaus für Millionen von Jahren stehen. Im 20. Jahrhundert kam als dritte Interpretationsvariante die Fluttheorie von George McCready Price hinzu. Vor den sieben Tagen der Genesis wird eine lange Existenz ohne Leben zugestanden. Häufig tarnen sich besonders die „Alte-Erde-Kreationisten“ unter dem Decknamen des „Intelligent Design“, um sich „wissenschaftlich“ zu präsentieren. Es gab auch mehrere Versuche, vor allem in den USA, den Kreationismus als „Alternative“ zur Evolutionstheorie in den Schulen zu unterrichten. Doch die Wissenschaftlichkeit des Kreationismus und des „Intelligent Designs“ ist nur ein Etikettenschwindel.

… weiterlesen

Die Evolution steht niemals still, wenn dein starker Arm es will – Zu den Ursprüngen der Vordergliedmaßen bei Säugetieren.

Säugetiere haben die unterschiedlichsten Lebensräume erobert und zeigen sich durch eine Vielfalt ihrer Gliedmaßen, vor allem ihrer Arme, aus (vgl. Abb. 1). Die verschiedenen Lebensräume konnte Säugetiere u. a. durch ihre spezialisierten Gliedmaßen erobern: Fledermäuse fliegen, Wale schwimmen, Gibbons schwingen von Baum zu Baum, Pferde galoppieren und Menschen können mit ihren Händen über ihr Smartphone wischen. Tatsächlich hat keine andere Wirbeltiergruppe eine solch erstaunliche Vielfalt an Armen hervorgebracht. Im Vergleich dazu haben alle Vögel Flügel und fast alle Reptilien laufen auf vier Gliedmaßen.

… weiterlesen

Der Haken mit dem Orang-Utan-Haken

Um es vorwegzunehmen: Die Leistungen unserer nächsten Verwandten verblüffen uns und damit auch mich. Dem Gorilla-Weibchen “Koko” wurde die Zeichensprache beigebracht und mithilfe dieses “Wortschatzes” konnte sie auch “Wörter” beschreiben, die ihr nicht mit der Zeichensprache beigebracht wurden (so konnte sie aus den Handzeichen für “Feuer” und “Flasche” ein Feuerzeug “beschreiben”). Auch dem Bonobo-Männchen “Kanzi” konnte man verschiedene Symbole beibringen, ihm wurde sogar beigebracht mit Feuer umzugehen und sich Marshmallows zu machen (ob das die beste Nahrung für einen Bonobo ist, sei dahingestellt).

Eine Studie der Universität Wien, der Universität St. Andrews und der Veterinärmedizinischen Universität Wien um Isabelle Laumer und Alice Auersperg mit Orang-Utans hat nun weiteres zutage gebracht. Offensichtlich scheinen Orang-Utans in der Lage zu sein, Werkzeuge “herzustellen”.

… weiterlesen

Dokumentation Unsere Geheimen Vorfahren: Der Fisch in uns

Der Paläontologe und Evolutionsbiologe, sowie Autor des Buches “Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers” gilt nicht nur als der Entdecker von von Tiktaalik roseae, eine Übergangsform von den Fischen zu den Landwirbeltieren. Sein Buch wie auch seine Entdeckungen bildeten die Grundlage für eine hochspannende dreiteilige Dokumentation. Die Dokumentation zeigt die Spuren der Evolution im Körper des Menschen.

… weiterlesen

Evolution der Anolis-Leguane

Anolis ist eine Gattung leguanartiger Echsen, die auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet sind. zur ihr zählte man etwa 400 Arten. Heute wird diese ursprünglich große Gattung in mehrere Gattungen aufgeteilt, die man der Familie der Dactyloidae zurechnet. Die unten verlinkte Dokumentation zeigt die Evolution der Anolis-Arten in den karibischen Inseln.

… weiterlesen

Schließen