• Monatliche Archive: Februar 2019

Der Haken mit dem Orang-Utan-Haken

Um es vorwegzunehmen: Die Leistungen unserer nächsten Verwandten verblüffen uns und damit auch mich. Dem Gorilla-Weibchen “Koko” wurde die Zeichensprache beigebracht und mithilfe dieses “Wortschatzes” konnte sie auch “Wörter” beschreiben, die ihr nicht mit der Zeichensprache beigebracht wurden (so konnte sie aus den Handzeichen für “Feuer” und “Flasche” ein Feuerzeug “beschreiben”). Auch dem Bonobo-Männchen “Kanzi” konnte man verschiedene Symbole beibringen, ihm wurde sogar beigebracht mit Feuer umzugehen und sich Marshmallows zu machen (ob das die beste Nahrung für einen Bonobo ist, sei dahingestellt).

Eine Studie der Universität Wien, der Universität St. Andrews und der Veterinärmedizinischen Universität Wien um Isabelle Laumer und Alice Auersperg mit Orang-Utans hat nun weiteres zutage gebracht. Offensichtlich scheinen Orang-Utans in der Lage zu sein, Werkzeuge “herzustellen”.

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Dokumentation Unsere Geheimen Vorfahren: Der Fisch in uns

Der Paläontologe und Evolutionsbiologe, sowie Autor des Buches “Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers” gilt nicht nur als der Entdecker von von Tiktaalik roseae, eine Übergangsform von den Fischen zu den Landwirbeltieren. Sein Buch wie auch seine Entdeckungen bildeten die Grundlage für eine hochspannende dreiteilige Dokumentation. Die Dokumentation zeigt die Spuren der Evolution im Körper des Menschen.

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Mars versus Venus? Teil 8: Gehirn 2/3: Frauenhirn und Männerhirn oder Menschenhirn?

zu Teil 7:

Einführendes zum Gehirn

Als Gehirn wird bei Wirbeltieren und einigen Wirbellosen der im Kopf gelegene Teil des Zentralen Nervensystems (ZNS) bezeichnet (als weiterer Bestandteil des zentralen Nervensystems der Wirbeltiere gilt das Rückenmark). Unser Gehirn verarbeitet Sinneswahrnehmungen und koordiniert das Verhalten. Die Länge aller Nervenbahnen zusammengenommen beträgt ungefähr 5,8 Millionen Kilometer (145-fache des Erdumfangs). Das Volumen des Gehirns beträgt bei erwachsenen Männern durchschnittlich 1,27 Liter, bei Frauen 1,13 Liter; das Hirngewicht erwachsener Männer beträgt ungefähr 1400 g, bei gleichgroßen Frauen ist es 100 g leichter (ALLEN, DAMASIO & GRABOWSKI 2002, RUSHTON 1992).

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Evolution der Anolis-Leguane

Anolis ist eine Gattung leguanartiger Echsen, die auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet sind. zur ihr zählte man etwa 400 Arten. Heute wird diese ursprünglich große Gattung in mehrere Gattungen aufgeteilt, die man der Familie der Dactyloidae zurechnet. Die unten verlinkte Dokumentation zeigt die Evolution der Anolis-Arten in den karibischen Inseln.

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Von der Zygote zur Larve in 6 Minuten

Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) Lurch des Jahres 2019gehört zu den Schwanzlurchen (Caudata) innerhalb der Klasse der Amphibia. er kommt in weiten Teilen Europas vor und ist zum geworden.

Das Video “Becoming” (“Werden”) von Jan van Ilken zeigt die Entwicklung eines Bergmolches von der befruchteten Eizelle zur fertig entwickelten Larve. “Becoming” ist ein wunderschönes Video, dass den Prozess der Zellteilung- und differenzierung in der Emtwicklungsbiologie aufzeigt. Einem Prozess, dass jedes Lebewesen durchgehen muss.das Video kann man sich hier ansehen:

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Mars versus Venus? Teil 7: Gehirn 1/3, Problem des biologischen Determinismus

Problemstellung

Wir haben uns in den vorherigen Teilen vor allem mit der Genetik befasst. Wir konnten feststellen, dass biologisch zwei Geschlechter funktional sind und mit der Produktion unterschiedlicher haploider Keimzellen einhergehen. Intersexuelle hingegen lassen sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen, bilden aber damit kein drittes (oder x-tes) Geschlecht, da sie keinen neuen Keimzellentyp hervorbringen. In der Biologie besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass die beiden biologischen Geschlechter Fakten sind.

Nun mögen vielleicht Penis und Vagina sowie Samen- und Eizelle interessant sein, doch die meisten interessieren sich vor allem für das, was angeblich wirklich Männer und Frauen unterscheidet: ihr Wesen, ihre Persönlichkeit, ihr Fühlen, ihr Denken und ihr Gehirn. Wenn behauptet wird Männer und Frauen seien völlig unterschiedlich, so als ob sie von verschiedenen Planeten kämen, dann treffe es eben auch auf alles zu. Die “Wissenschaft” dahinter scheint simpel und klar: Die Evolution erschuf Männer und Frauen mit evolutionär unterschiedlichen Aufgaben und entsprechenden Hirnen. Die Geschlechterunterschiede scheinen auch im Gehirn, also damit auch im Verhalten und der Psyche festgelegt (“hardwired”): Frauen seien die Sprachbegabteren und können sich besser in andere einfühlen, weil ihre Gehirnhälften besser vernetzt sind. Männer hingegen seien Sprachmuffel, dafür jedoch besser in Mathematik und im räumlichen Denken. Das habe natürlich auch evolutionäre Hintergründe. Während der Steinzeit saßen die Damen zu Hause, kümmerten sich um die Kinder und kommunizierten sehr viel (ob Klatsch- und Tratsch-Magazine in Stein gemeißelt wurden, das konnten Evolutionspsychologen noch nicht beweisen). Männer hingegen waren die Jäger und mussten sich daher räumlich besser orientieren und logischer denken. Dieses Steinzeithirn, welches wir entwickelten, hat auch bis heute noch Bestand, so die gängige Hypothese. Wir können bei Kutscheras Gender-Buch lesen:  Männer seien aufgrund ihres Testosteronspiegels für die Kinderaufzucht ungeeignet (KUTSCHERA 2018: S. 307). Auch die Berufswahl sei geschlechterspezifisch. So interessieren sich Frauen für ihn nicht für die “harten Naturwissenschaften”, sowie für Informatik und Ingenieurswissenschaften (KUTSCHERA 2018: S. 159 & 185). Der Versuch, „junge Frauen mit allen Mitteln dazu zu überreden, Ingenieurinnen zu werden“ sei, so Kutschera, eine „geistige Vergewaltigung heranwachsender Frauen“ (KUTSCHERA 2018: S. 48). Er betont zwar, er würde sich durchaus für die Frauen in der Wissenschaft einsetzen, befürchtet aber gleichzeitig, dass die Biologie “verweichlicht” (bzw. “verweiblicht“) werden soll (KUTSCHERA 2018: S.116). Interessant, dass hier eine Verbindung zwischen verweichlicht und verweiblicht gezogen wird.

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