Vielfalt und Evolution der Vögel Teil 3: Opisthocomiformes, Eurypygimorphae und Gruiformes

Text als pdf Neoaves Die verwandtschaftlichen Beziehungen der modernen Vögel gelten als eine der größten Herausforderungen der Phylogenetik. Bei der enormen Artenfülle, sollte das nicht verwundern. Zum einen zeigt sich, besonders bei den Singvögeln, dass viele traditionell anerkannte Vogelfamilien tatsächlich paraphyletisch sind und in mehrere Familien aufgeteilt wurden. Zum anderen sind die phylogenetischen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen … Weiterlesen

Vielfalt und Evolution der Vögel Teil 2: Galloanserae

Text als pdf Neognathae und Galloanserae   Die modernen Vögel – die Neornithes – werden in zwei Hauptkladen geteilt: die Palaeognathae und die Neognathae (Abb. 1). Ein wichtiger Unterschied liegt in der Anatomie der Gaumenstruktur. Zu den Palaeognathae zählen Steißhühner, Straße, Nandus, Emus, Kasuare und Kiwis, so wie die kürzlich ausgestorbenen Moas und Elefantenvögel. Wir … Weiterlesen

Vielfalt und Evolution der Vögel Teil 1: Palaeognathae

 Text als pdf Die Neornithes, also die modernen Vögel, sind eine außerordentlich artenreiche Gruppe: Laut dem Buch „All the Birds of the World“ von Joseph del Hoyo, welches 2020 veröffentlich wurde, gibt es 11.524 Vogelarten auf der Welt, eingeteilt werden diese in 36 Ordnungen und 244 Familien, wobei die Ordnung der Passeriformes (Singvögel) 138 Familien … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Teil 14: Die RNA-Welt

Allgemeiner Aufbau der Nukleinsäuren Text als pdf Eine wichtige Frage, die sich mit dem Ursprung des Lebens beschäftigt, ist der Ursprung des genetischen Materials. In den letzten Episoden hatten wir uns mit den Ursprüngen des Stoffwechsels befasst in den hydrothermalen Schloten der Tiefsee. Doch erst mit der „Erfindung“ der Vererbung konnte sich das Leben aus … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Teil 13: Evolution der ATP-Synthase

ATP ist sowas wie die Währung des Stoffwechsels (Abb. 1). Ohne ATP läuft nichts. ATP steht für Adenosin-Tri-Phosphat und speichert quasi die Energie, die wir zum Leben brauchen. Synthetisiert wird ATP mittels der ATP-Synthase, einem Transmembranprotein. ATP ist eine energiereiche Verbindung, deren Bildung der Zufuhr von Energie bedarf. Um diese Energie aufzubringen, koppelt die ATP-Synthase … Weiterlesen

Quellensammlung: Biologe reagiert auf Genderideologie und Transaktivismus (Finessi und Voß)

Videos und Artikel von/mit/über Heinz-Jürgen Voß Video Finessi: „Was ist eine Frau? – Das biologische Geschlecht“ https://www.youtube.com/watch?v=bfNA8P2aH4U [Dieses Video von Finessi wird an mehreren Stellen ausschnittsweise gezeigt und soll in den anderen Kapiteln nicht erneut aufgelistet werden] Quellensammlung von Finessis Video: https://docs.google.com/document/d/13QYycig7gN_kGa2BPS_a6jin7RVV2l2Aerktgp2PZgk/edit#heading=h.gzg863nbqblb [wenn Quellen von Finessi angesprochen werden, sind sie diesem Link zu entnehmen und … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Teil 12: Wie entstand die erste Zelle?

Im letzten Beitrag lernten wir die ersten Stoffwechselprozesse der Protozellen kennen, die in den hydrothermalen Schloten einen natürlichen Protonengradienten ausnutzten, um den Energie- und Kohlenstoffwechsel anzutreiben.

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Are Birds Dinosaurs? Part 2/9: Evolution of Non-Avian-Dinosaurs

In the last episode, we learned how to recognize a dinosaur by its apomorphies. If you don’t know these yet, take another look at the corresponding episode. Dinosaurs are part of the Dinosauromorpha clade, which in turn is part of the Ornithodira clade. The sister group of the Dinosauromorpha are the Pterosauromorpha, to which the … Weiterlesen

Are birds dinosaurs? Part 1/9: What are dinosaurs?

Introduction

Hardly any other group of extinct animals fascinates young and old more than dinosaurs. The Mesozoic era is often referred to as the „age of the dinosaurs“ because these amazing animals evolved in the late Triassic and dominated the landscape for over 140 million years during the rest of the Jurassic and Cretaceous periods. But even today, our planet is home to a myriad of different dinosaur species. But we’re not talking about turtles, lizards, snakes or crocodiles – we’re talking about birds. From the smallest hummingbird to the ostrich, all of the 11,000 or so living bird species described today are real dinosaurs (Chiappe 2009, Currie 2023). But why are birds real dinosaurs, but lizards and crocodiles are not? Why are genera such as Effigia, which look remarkably similar to our idea of a dinosaur (Fig. 1), not dinosaurs but rather related to crocodiles (Nesbitt et al. 2006, Nesbitt 2007, Nesbitt 2011)? And why are genera such as Silesaurus (Fig. 1), which look so similar to the genus Effigia to the layman, closer to dinosaurs, but are still not true dinosaurs (Nesbitt et al. 2010, Nesbitt 2011, Dzik 2003, Schmitt 2023)?

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Vom Dino zum Vogel Teil 8: Alan Feduccia

Haben wir uns vielleicht geirrt? Sind Vögel doch keine Dinosaurier und hinter dieser Theorie steckt eine Verschwörung selbstgefälliger Paläontologen im Elfenbeinturm, die sich gegenseitig bestätigen und kritische Stimmen unterdrücken? Klingt das zu absurd um wahr zu sein? Nun, es gibt die „Birds are not Dinosaurs Bewegung“, die genau das behauptet. Ihr führender Vertreter ist Alan Feduccia, der seit Jahrzehnten vehement bestreitet, dass sich Vögel aus Dinosauriern entwickelt haben. Ist an dieser Verschwörung etwas dran? Bin ich selbst in diese Falle getappt oder gar Teil der Dino-Vogel-Verschwörung und wollte euch in den letzten sieben Episoden hinters Licht führen? Ihr werdet es in dieser Episode erfahren. Dieser Beitrag stützt sich zu einem großen Teil auf die Buchbesprechung von Darren Naish zu Feduccias neuestem Buch „Romancing the Birds and the Dinosaurs“ (Naish 2024)[1], welcher von der AG-Evolutionsbiologie ins Deutsche übersetzt wurde.[2]

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Vom Dino zum Vogel Teil 7: Fliegen und Laufen

Eine Besonderheit der Vögel ist ihre Fortbewegungsweise. Ihre Anatomie ist im Wesentlichen auf einen effizienteren Flug.

Für das Fliegen ist eines notwendig: Flügel. Die Flugfähigkeit hat sich in der Evolution bei vier Gruppen entwickelt: Insekten, Flugsaurier, Vögel und Fledermäuse. Bei den flugfähigen Wirbeltieren kam es vor allem zu Veränderungen der Proportionen der einzelnen Elemente der Vordergliedmaßen. Bei den Vögeln trat vor allem eine Reduktion der Finger und eine Fusion der Mittelhandknochen zum Carpometacarpus. Besonders die Reduktion der Finger wurde in einer anderen Episode behandelt.

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Vom Dino zum Vogel Teil 6: Körpertemperatur, Lungen, Herz und Gewebe der Dinosaurier

 

Vögel haben eine Reihe anatomischer Merkmale mit ihren Dinosauriervorfahren gemeinsam. Der reichhaltige Fossilbeleg, welchen wir kennengelernt haben, zeigt, dass die morphologischen Veränderungen sukzessiv in der Ahnenlinie der Vögel, ausgehend von Nicht-Vogel-Dinosauriern, auftraten. Erwartungsgemäß sind die Gruppen hierarchisch ineinander verschachtelt. Haben wir uns im letzten Beitrag die morphologischen Umwandlungen einiger Vogelmerkmale, wie des Schnabels und der Hand angeschaut, soll es in diesem Beitrag mit einer Reihe weiterer Merkmale weitergehen.

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Entstehung des Lebens Kapitel 11: Der steinige Weg zu LUCA

Im  letzten Beitrag haben wir mithilfe der Phylogenetik ermitteln können, über welche Eigenschaften LUCA verfügte. LUCA war chemiosmotisch, mit einer ATP-Synthase, hatte aber weder eine moderne Membran noch einen der großen Atmungskomplexe, die moderne Zellen zum Pumpen von Protonen verwenden. LUCA verfügte tatsächlich über DNA und den universellen genetischen Code, Transkription, Translation und Ribosomen, aber hatte keine moderne Methode der DNA-Replikation entwickelt. Diese seltsame Phantomzelle lebte nicht im offenen Ozean, sondern in der Umgebung der alkalischen hydrothermalen Schlote. Der entscheidende Aspekt ist aber, wie LUCA seine Energie für den Stoffwechsel gewonnen hat. Phylogenetische Untersuchungen sind wegen des horizontalen Gentransfers schwierig, es gibt aber Hinweise darauf, dass LUCA aus CO2 und H2 organische Stoffe herstellte und dafür den reduktiven Acetyl-Coenzym-A-Weg nutzte.

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Vom Dino zum Vogel Teil 5: Evolution des Vogel-Skeletts

Der gegenwärtige wissenschaftliche Konsens besteht darin, dass Vögel eine Gruppe von theropoden Dinosauriern, genauer der Maniraptora sind, die während des Mesozoikums entstanden sind. Eine enge Beziehung zwischen Vögeln und Dinosauriern wurde erstmals im neunzehnten Jahrhundert nach der Entdeckung des Archaeopteryx in Deutschland vorgeschlagen, außerdem wurden Fossilien von mehr als dreißig Arten von Nicht-Vogel-Dinosaurier mit erhaltenen Federn gesammelt. Des Weiteren haben Vögel und ausgestorbene Nicht-Vogel-Dinosaurier viele einzigartige Skelettmerkmale gemeinsam.

In dieser Episode widmen wir uns hauptsächlich dem Bauplan einiger Vogelmerkmale leiten diese aus dem Dinosaurierbauplan ab. Dabei werden wir auch hier, wie in den letzten Episoden auf einige kreationistische Kritiken eingehen.

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Vom Dino zum Vogel Teil 2: Evolution der Nicht-Vogel-Dinosaurier

In der letzten Episode haben wir kennengelernt, an welchen Merkmalen man einen Dinosaurier erkennt. Wenn ihr diese noch nicht kennt, schaut euch die entsprechende Episode nochmal an. Dinosaurier sind Teil der Klade der Dinosauromorpha, die wiederum Teil der Klade der Ornithodira ist. Die Schwestergruppe der Dinosauromorpha sind die Pterosauromorpha, zu denen die Flugsaurier gehören. Ornithodira … Weiterlesen

Vom Dino zum Vogel Teil 1: Was sind Dinosaurier?

Einführung

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Wohl kaum eine Gruppe ausgestorbener Tiere fasziniert Groß und Klein mehr als die Dinosaurier. Das Mesozoikum wird oft als das „Zeitalter der Dinosaurier“ bezeichnet, weil sich diese erstaunlichen Tiere in der späten Trias entwickelten und die Landschaft während der restlichen Zeit des Jura und der Kreidezeit über 140 Millionen Jahre beherrschten. Doch auch heute noch tummeln sich auf unserem Planeten eine Unzahl verschiedener Dinosaurierarten. Damit sind aber nicht Schildkröten, Eidechsen, Schlangen oder Krokodile gemeint – sondern die Vögel. Vom kleinsten Kolibri bis zum Vogelstrauß sind alle etwa 11.000 beschrieben heute lebenden Vögel waschechte Dinosaurier (Chiappe 2009, Currie 2023). Aber warum sind Vögel echte Dinosaurier, aber Echsen und Krokodile sind keine? Warum sollen Gattungen wie Effigia, die unserer Vorstellung eines Dinosauriers erstaunlich ähnlichsehen (Abb. 1), keine Dinosaurier, sondern eher mit Krokodilen verwandt sein (Nesbitt et al. 2006, Nesbitt 2007, Nesbitt 2011)? Und warum stehen Gattungen wie Silesaurus (Abb. 1), die für den Laien der Gattung Effigia so ähnlichsehen, den Dinosauriern näher, sind aber immer noch keine echten Dinosaurier (Nesbitt et al. 2010, Nesbitt 2011, Dzik 2003, Schmitt 2023)?

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Die Evolution der Tiere

Vorwort des Herausgebers Seit jeher versuchen Biologen eine Geschichte des Lebens auf der Erde darzustellen. Entsprechend vielfältige Darstellungen gibt es. Die wenigsten jedoch zeichnen ein Gesamtszenario. Zudem implizieren vor allem die älteren Darstellungen von Stammbäumen eine Höherentwicklung der Organismen und stellen den Menschen als die Krone der Schöpfung an die Spitze der Evolutionsleiter. Nach heutiger … Weiterlesen

Fossilien als Übergangsformen

Fossilien sind Zeugen des Lebens der Vergangenheit und belegen, dass sich das Leben auf unserer Erde verändert. Wenn aber die Evolutionsbiologie davon ausgeht, dass alle Lebewesen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen, dann muss es zwischen verschiedenen Gruppen von Lebewesen Übergänge geben. Wenn es um Übergangsformen geht, so kommen seitens der Kreationisten viele Vorurteile und sachliche … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Kapitel 10: Last Universal Common Ancestor (LUCA)

Einführung Text als pfd Eine der Grundeigenschaften des Lebens ist der Stoffwechsel. Im letzten Beitrag legten wir dar, dass Stoffwechsel eine Form der chemischen Reaktion ist und dass die weißen Raucher Bedingungen schaffen, wie sich die ersten Stoffwechselprozesse entwickelt haben können.[1] Dort lernten wir die Reaktion von CO2 mit Wasserstoffgas kennen. Obwohl beide Stoffe nicht … Weiterlesen

Die Entstehung des Lebens  Kapitel 9: Die Bedeutung und Ursprünge des Stoffwechsels

 

Im letzten Beitrag haben wir festgestellt, dass die Weißen Raucher in der Tiefsee ideale Bedingungen für die Entstehung von Leben liefern können: ein hoher Kohlenstoff- und Energiefluss, der physikalisch über anorganische Katalysatoren geleitet wird und so eingeschränkt ist, dass sich hohe Konzentrationen an organischen Stoffen ansammeln können. Die hydrothermalen Fluide sind reich an gelöstem Wasserstoff und enthalten geringe Mengen anderer reduzierter Gase wie Methan, Ammoniak und Sulfid (Russel et al. 1988, 1994, 1998, 2003, 2013, Russel 2003, 2011, Russel & Hall 1997, 2002, Herschy 2014, Herschy et al. 2014, Lane et al. 2010, Lane 2017, Martin et al., 2008, 2014, Martin & Russel 2003, 2007, Martin 2012, Nitschke & Russel 2009, Branscomb & Russel 2018a,b). Lost City und andere bekannte alkalische Schlote (Kelley et al. 2001, 2005, 2007) sind mikroporös – es gibt keinen zentralen Schornstein, sondern das Gestein selbst ist wie ein mineralisierter Schwamm, mit dünnen Wänden, die miteinander verbundene Poren von Mikrometern bis Millimetern Größe voneinander trennen und insgesamt ein riesiges Labyrinth bilden, durch das die alkalischen hydrothermalen Fluide sickern (Abb. 1). Da diese Fluide nicht durch Magma überhitzt werden, begünstigen ihre Temperaturen nicht nur die Synthese organischer Moleküle, sondern auch langsamere Fließgeschwindigkeiten. Die Fluide werden nicht mit rasender Geschwindigkeit herausgepumpt, sondern schlängeln sich sanft über katalytische Oberflächen. Und diese Schlote bleiben Jahrtausende lang bestehen, im Fall von Lost City mindestens 100.000 Jahre.

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