Im letzten Beitrag haben wir mithilfe der Phylogenetik ermitteln können, über welche Eigenschaften LUCA verfügte. LUCA war chemiosmotisch, mit einer ATP-Synthase, hatte aber weder eine moderne Membran noch einen der großen Atmungskomplexe, die moderne Zellen zum Pumpen von Protonen verwenden. LUCA verfügte tatsächlich über DNA und den universellen genetischen Code, Transkription, Translation und Ribosomen, aber hatte keine moderne Methode der DNA-Replikation entwickelt. Diese seltsame Phantomzelle lebte nicht im offenen Ozean, sondern in der Umgebung der alkalischen hydrothermalen Schlote. Der entscheidende Aspekt ist aber, wie LUCA seine Energie für den Stoffwechsel gewonnen hat. Phylogenetische Untersuchungen sind wegen des horizontalen Gentransfers schwierig, es gibt aber Hinweise darauf, dass LUCA aus CO2 und H2 organische Stoffe herstellte und dafür den reduktiven Acetyl-Coenzym-A-Weg nutzte.
Stellt dieses neue Paper die Evolution der Beuteltiere auf den Kopf?
Ein neues Paper mit dem Titel A diphyletic origin for marsupials? stellt eine ungewöhnliche Hypothese zur Evolution der Beuteltiere auf. Die Autoren schlagen vor, dass die amerikanischen und australischen Metatheria möglicherweise nicht auf eine gemeinsame, ausschließlich ihnen gehörende Abstammungslinie zurückgehen. Stattdessen könnten sich beide Gruppen unabhängig voneinander aus unterschiedlichen tribosphenischen Säugetierlinien entwickelt haben. Sollte diese … Weiterlesen