Warum Blut nicht immer rot ist – Die Evolution des Blutes | Bauplan des Lebens #03

Intro Es gibt Tiere, die keine roten Blutkörperchen besitzen. Die kein Hämoglobin haben. Deren Blut buchstäblich durchsichtig ist — und die trotzdem in einem der unwirtlichsten Ozeane der Erde überleben. 1928 entdeckte der norwegische Biologe Ditlef Rustad unweit der Bouvetinsel, 2600 km vom Kap der Guten Hoffnung entfern, seltsam blasse Fische. Fast vollständig durchsichtig. Jahrzehnte … Weiterlesen

Ohne Sex wärst du ausgestorben – aber warum gibt es ihn überhaupt?

Intro Stell dir vor, du kannst dich ohne Partner vermehren. Schneller, effizienter — hundert Prozent deiner Gene an die nächste Generation. Keine Kompromisse, kein Aufwand. Das klingt evolutionär überlegen. Und trotzdem machen es fast keine komplexen Lebewesen. Die einzige Ausnahme: sogenannte Rädertierchen, die seit 80 Mio. Jahren wie Mönche leben. Der Grund dafür ist einer … Weiterlesen

Wie Embryonen die Evolution der Gliedmaßen erklären (Von Luca bis Eva 15)

Text als pdf Warum sehen unsere Arme und Beine so komisch aus?[1] Betrachtet mal eure Gliedmaßen. An einem Ende befinden sich Finger oder Zehen, am anderen Ende Oberarmknochen oder Oberschenkelknochen. Niemand hat Finger in der Mitte seines Arms. Betrachtet auch die subtilen, aber offensichtlichen Unterschiede zwischen unseren Händen und Füßen. Wenn unsere Finger durch Zehen … Weiterlesen

Die Kambrische Explosion Teil 2: Immer noch kein Problem für Evolution

Text als pdf Einführung Die kambrische Explosion zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der Paläontologie, da in geologisch kurzer Zeit eine große Fossilvielfalt auftrat. Entsprechend habe ich dazu ein Video gemacht,[1] das für meinen sonst eher kleinen Kanal überraschend viele Aufrufe erzielte. Wie bei angeblich kontroversen Themen üblich, gab es in den Kommentaren Kritik: Mein Ton … Weiterlesen

Zufall oder Design? Die Evolution der Augen

Intro Das Auge gilt oft als Inbegriff komplexer Evolution – so raffiniert, dass es Charles Darwin selbst Kopfzerbrechen bereitete. Doch von den ersten lichtempfindlichen Zellen winziger Organismen bis zu den hochentwickelten Sehorganen von Tintenfischen, Insekten und Wirbeltieren führte kein Sprung, sondern eine Abfolge kleiner Schritte. In diesem Video reisen wir Milliarden Jahre zurück und folgen … Weiterlesen

Entstehung der Wirbeltierkiefer: Der erste Biss der Evolution (Von Luca bis Eva Teil 11)

Text als pdf Intro Als die ersten Kiefer entstanden, änderte sich die Welt: Aus Filtrierern wurden Jäger. Doch wie formt die Natur aus Knorpelbögen einen Kiefer? Und wie organisiert man eigentlich Hirnnerven in einem Kopf, der gerade erst erfunden wurde? In diesem Video blicken wir auf die evolutionären und entwicklungsbiologischen Prozesse, die den Wirbeltierkiefer geformt … Weiterlesen

Vielfalt und Evolution der Vögel Teil 13: Mausvögel, Wiedehopfe, Trogone und Nashornvögel

In dieser Episode eröffnet sich uns ein bemerkenswert vielfältiges Spektrum an Vogelgruppen, die auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam zu haben scheinen, deren gemeinsame Wurzeln jedoch tief in der Evolution verwurzelt sind. Zu diesen Gruppen gehören die Nashornvögel, die Trogone, Kurole, Mausvögel und Wiedehopfe. Sie werden zusammen mit den Spechtvögeln, Eisvögeln und Racken als … Weiterlesen

Die Erfindung von links & rechts – Die Geburt der Bilateria („Von LUCA bis Eva“ Teil 5)

Transkript als pdf Literaturquellen Von den Metazoa zu den Bilateria Allgemeine Literatur zur Phylogenie der Metazoa bzw. Bilateria. Es gibt eine Reihe guter Lehrbücher, die sich mit der Phylogenie der Bilateria sowie derer einzelner Tierstämme befassen. Hier eine Auswahl: Burda, H., Hilken, G., Zrzavy, J. (2008): Systematische Zoologie. UTB Basics Campbell, N.A., Reece, J.B. et … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Teil 13: Evolution der ATP-Synthase

ATP ist sowas wie die Währung des Stoffwechsels (Abb. 1). Ohne ATP läuft nichts. ATP steht für Adenosin-Tri-Phosphat und speichert quasi die Energie, die wir zum Leben brauchen. Synthetisiert wird ATP mittels der ATP-Synthase, einem Transmembranprotein. ATP ist eine energiereiche Verbindung, deren Bildung der Zufuhr von Energie bedarf. Um diese Energie aufzubringen, koppelt die ATP-Synthase … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Teil 12: Wie entstand die erste Zelle?

Im letzten Beitrag lernten wir die ersten Stoffwechselprozesse der Protozellen kennen, die in den hydrothermalen Schloten einen natürlichen Protonengradienten ausnutzten, um den Energie- und Kohlenstoffwechsel anzutreiben.

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Are birds dinosaurs? Part 1/9: What are dinosaurs?

Introduction

Hardly any other group of extinct animals fascinates young and old more than dinosaurs. The Mesozoic era is often referred to as the „age of the dinosaurs“ because these amazing animals evolved in the late Triassic and dominated the landscape for over 140 million years during the rest of the Jurassic and Cretaceous periods. But even today, our planet is home to a myriad of different dinosaur species. But we’re not talking about turtles, lizards, snakes or crocodiles – we’re talking about birds. From the smallest hummingbird to the ostrich, all of the 11,000 or so living bird species described today are real dinosaurs (Chiappe 2009, Currie 2023). But why are birds real dinosaurs, but lizards and crocodiles are not? Why are genera such as Effigia, which look remarkably similar to our idea of a dinosaur (Fig. 1), not dinosaurs but rather related to crocodiles (Nesbitt et al. 2006, Nesbitt 2007, Nesbitt 2011)? And why are genera such as Silesaurus (Fig. 1), which look so similar to the genus Effigia to the layman, closer to dinosaurs, but are still not true dinosaurs (Nesbitt et al. 2010, Nesbitt 2011, Dzik 2003, Schmitt 2023)?

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Entstehung des Lebens Kapitel 11: Der steinige Weg zu LUCA

Im  letzten Beitrag haben wir mithilfe der Phylogenetik ermitteln können, über welche Eigenschaften LUCA verfügte. LUCA war chemiosmotisch, mit einer ATP-Synthase, hatte aber weder eine moderne Membran noch einen der großen Atmungskomplexe, die moderne Zellen zum Pumpen von Protonen verwenden. LUCA verfügte tatsächlich über DNA und den universellen genetischen Code, Transkription, Translation und Ribosomen, aber hatte keine moderne Methode der DNA-Replikation entwickelt. Diese seltsame Phantomzelle lebte nicht im offenen Ozean, sondern in der Umgebung der alkalischen hydrothermalen Schlote. Der entscheidende Aspekt ist aber, wie LUCA seine Energie für den Stoffwechsel gewonnen hat. Phylogenetische Untersuchungen sind wegen des horizontalen Gentransfers schwierig, es gibt aber Hinweise darauf, dass LUCA aus CO2 und H2 organische Stoffe herstellte und dafür den reduktiven Acetyl-Coenzym-A-Weg nutzte.

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Die Evolution der Tiere

Vorwort des Herausgebers Seit jeher versuchen Biologen eine Geschichte des Lebens auf der Erde darzustellen. Entsprechend vielfältige Darstellungen gibt es. Die wenigsten jedoch zeichnen ein Gesamtszenario. Zudem implizieren vor allem die älteren Darstellungen von Stammbäumen eine Höherentwicklung der Organismen und stellen den Menschen als die Krone der Schöpfung an die Spitze der Evolutionsleiter. Nach heutiger … Weiterlesen

Fossilien als Übergangsformen

Fossilien sind Zeugen des Lebens der Vergangenheit und belegen, dass sich das Leben auf unserer Erde verändert. Wenn aber die Evolutionsbiologie davon ausgeht, dass alle Lebewesen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen, dann muss es zwischen verschiedenen Gruppen von Lebewesen Übergänge geben. Wenn es um Übergangsformen geht, so kommen seitens der Kreationisten viele Vorurteile und sachliche … Weiterlesen

Entstehung des Lebens Kapitel 10: Last Universal Common Ancestor (LUCA)

Einführung Text als pfd Eine der Grundeigenschaften des Lebens ist der Stoffwechsel. Im letzten Beitrag legten wir dar, dass Stoffwechsel eine Form der chemischen Reaktion ist und dass die weißen Raucher Bedingungen schaffen, wie sich die ersten Stoffwechselprozesse entwickelt haben können.[1] Dort lernten wir die Reaktion von CO2 mit Wasserstoffgas kennen. Obwohl beide Stoffe nicht … Weiterlesen

Kreationismus und die Arche Noah

Kreationisten und das Grundtypenmodell ein Großteil des Textes basiert auf Martin Neukamm: Die kreationistische Grundtypenbiologie in der Kritik Unser blauer Planet ist voller Leben. Heute sind etwa 2 Mio. Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich beschrieben worden. Wir wissen, dass neue Arten durch Evolution immer wieder aufs Neue entstehen oder aussterben. Religiöse Fundamentalisten sind da aber anderer … Weiterlesen

Kladistik-Tutorial 3: Homologie und verschachtelte Hierarchien in Kladogrammen

Ein Kerngedanke der Evolution ist, dass alle Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, die jemals auf der Erde gelebt haben, auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen. Das heißt, alle Lebewesen sind miteinander verwandt und lassen sich in einem evolutionären Stammbaum darstellen. Ein solcher Stammbaum stellt die verwandtschaftlichen Beziehungen einer Gruppe von Organismen dar, wie sie nach Darwins Theorie der Abstammung mit Modifikation von gemeinsamen Vorfahren verstanden werden.

Im letzten Beitrag befassten wir uns damit, wie man einen evolutionären Stammbaum richtig lesen kann. In diesem Beitrag wollen wir klären, nach welchen Kriterien diese gemeinsame Abstammung überhaupt geschlossen wird.

Die entscheidende Evidenz für die universelle gemeinsame Abstammung ist die Homologie. Als sich in den frühen 1800er Jahren die vergleichende Anatomie und die vergleichende Embryologie entwickelten, war eines der auffälligsten Ergebnisse, dass den offensichtlichen physischen Unterschieden zwischen den Arten grundlegende Ähnlichkeiten zugrunde liegen. Die frühen Forscher nannten dieses Phänomen Homologie – wörtlich: das Studium der Ähnlichkeit.

Richard Owen, der führende britische Anatom, definierte Homologie als „dasselbe Organ bei verschiedenen Tieren in jeder Form und Funktion“.

Wie kommt es zu diesen Ähnlichkeiten im Aufbau trotz der Unterschiede in Form und Funktion? Darwin argumentierte, dass die Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren die logischste Erklärung ist. Mithilfe von Homologien lassen sich evolutionäre Stammbäume rekonstruieren.

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Die Entstehung des Lebens Teil 1: Definition von Leben

 

Unsere Erde unterscheidet sich von den anderen bekannten Planeten vor allem durch eines: Die Existenz von Leben. Natürlich wird es andere Planeten geben, die ebenfalls Leben beherbergen und wer weiß wann, wo und ob wir jemals Kontakt zu außerirdischem Leben haben werden. Doch bleiben wir erstmal auf dem Boden der Tatsachen, bzw. auf der Erde. Diese wird von einer schier unendlichen Vielfalt an Lebensformen bevölkert: Tiere, Pflanzen, Pilze, verschiedenste Formen der Einzeller und Bakterien (Abb. 1).

Abb. 1: Die Vielfalt des Lebens

Aber: wie entstand das Leben überhaupt?

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