Im letzten Beitrag haben wir mithilfe der Phylogenetik ermitteln können, über welche Eigenschaften LUCA verfügte. LUCA war chemiosmotisch, mit einer ATP-Synthase, hatte aber weder eine moderne Membran noch einen der großen Atmungskomplexe, die moderne Zellen zum Pumpen von Protonen verwenden. LUCA verfügte tatsächlich über DNA und den universellen genetischen Code, Transkription, Translation und Ribosomen, aber hatte keine moderne Methode der DNA-Replikation entwickelt. Diese seltsame Phantomzelle lebte nicht im offenen Ozean, sondern in der Umgebung der alkalischen hydrothermalen Schlote. Der entscheidende Aspekt ist aber, wie LUCA seine Energie für den Stoffwechsel gewonnen hat. Phylogenetische Untersuchungen sind wegen des horizontalen Gentransfers schwierig, es gibt aber Hinweise darauf, dass LUCA aus CO2 und H2 organische Stoffe herstellte und dafür den reduktiven Acetyl-Coenzym-A-Weg nutzte.
Genetische Komplexität entstand aus Chaos | Ursprung des Lebens #3
Teil 2 Das Amöben-Paradox: Mehr DNA ≠ mehr Komplexität[1] Eine Amöbe hat mehr DNA als du. Eine einfache einzellige Amöbe besitzt ein Genom das bis zu 200-mal größer ist als das menschliche. Und genau hier liegt das eigentliche Rätsel. Dein Genom besteht zu etwa 98 % aus Abschnitten, die kein Protein codieren. Die verbleibenden Gene … Weiterlesen