Evolution vs. Kreationismus: Das Rätsel der Blutgerinnung | Bauplan des Lebens #04

Darwins Blackbox? Ich liebe es, wenn Kreationisten der Evolution ein Ultimatum stellen. „Erklärt mir DAS — oder Gott hat gewonnen.“ Und ihr Kronzeuge Nummer eins, seit fast dreißig Jahren: die Blutgerinnung. Michael Behe, Biochemiker mit echtem Doktortitel, hat 1996 ein ganzes Buch darüber geschrieben, warum dieses System unmöglich durch Evolution entstanden sein kann. Entferne einen … Weiterlesen

Die Kambrische Explosion Teil 2: Immer noch kein Problem für Evolution

Text als pdf Einführung Die kambrische Explosion zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der Paläontologie, da in geologisch kurzer Zeit eine große Fossilvielfalt auftrat. Entsprechend habe ich dazu ein Video gemacht,[1] das für meinen sonst eher kleinen Kanal überraschend viele Aufrufe erzielte. Wie bei angeblich kontroversen Themen üblich, gab es in den Kommentaren Kritik: Mein Ton … Weiterlesen

Zufall oder Design? Die Evolution der Augen

Intro Das Auge gilt oft als Inbegriff komplexer Evolution – so raffiniert, dass es Charles Darwin selbst Kopfzerbrechen bereitete. Doch von den ersten lichtempfindlichen Zellen winziger Organismen bis zu den hochentwickelten Sehorganen von Tintenfischen, Insekten und Wirbeltieren führte kein Sprung, sondern eine Abfolge kleiner Schritte. In diesem Video reisen wir Milliarden Jahre zurück und folgen … Weiterlesen

Kann Evolution die „kambrische Explosion“ erklären? (von LUCA bis Eva Teil 8)

Text als pdf Intro Vor über 500 Millionen Jahren, im frühen Kambrium, passierte etwas Außergewöhnliches: Innerhalb kurzer geologischer Zeiträume tauchten fast alle heutigen Tierstämme erstmals im Fossilbericht auf – mit Augen, Beinen, Exoskeletten, Muskeln, Mäulern… und manchmal Dingen, die man bis heute nicht ganz versteht. Diese „kambrische Explosion“ gilt als eine der faszinierendsten Phasen der … Weiterlesen

Wie wahrscheinlich ist die Entstehung des Lebens?

*Anmerkung: dieser Artikel basiert z. T. auf den Artikel „Lies, Damned Lies, Statistics, and Probability of Abiogenesis Calculations“ von Ian Musgrave aus dem Jahr 1998, erschienen auf der Homepage von talk-Origins[1]. Entsprechend haben die hier zitierten Quellen ein entsprechendes Alter. Hinzugefügt wurden weitere Abschnitte, die sich mit der Laborarbeit allgemein und Thermodynamik auseinandersetzen. Die Grundlagen … Weiterlesen

Fossilien als Übergangsformen

Fossilien sind Zeugen des Lebens der Vergangenheit und belegen, dass sich das Leben auf unserer Erde verändert. Wenn aber die Evolutionsbiologie davon ausgeht, dass alle Lebewesen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen, dann muss es zwischen verschiedenen Gruppen von Lebewesen Übergänge geben. Wenn es um Übergangsformen geht, so kommen seitens der Kreationisten viele Vorurteile und sachliche … Weiterlesen

Kreationismus und die Arche Noah

Kreationisten und das Grundtypenmodell ein Großteil des Textes basiert auf Martin Neukamm: Die kreationistische Grundtypenbiologie in der Kritik Unser blauer Planet ist voller Leben. Heute sind etwa 2 Mio. Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich beschrieben worden. Wir wissen, dass neue Arten durch Evolution immer wieder aufs Neue entstehen oder aussterben. Religiöse Fundamentalisten sind da aber anderer … Weiterlesen

Evolution for IDitos: evolutionäre Übergänge, Zwischenformen, Brückentiere

Missing links?

Kreationisten sind verliebt in Fossilien. Sie wissen zwar nicht viel davon, denn meist referieren sie aus Kinderbüchern über Dinosaurier, reden aber umso mehr wirres Zeug darüber. Schließlich stacheln sie sich untereinander auf, gebetsmühlenartig zu widerholen, es gebe nichts als Lücken im Fossilbericht. Sie stellen die Behauptung auf, dass wenn Evolution wahr wäre, müssten es Millionen und Abermillionen von sogenannten Übergangsformen geben. Und diese Übergangsformen müsste man im Fossilbericht wiederfinden. Diese gäbe es jedoch nicht, behaupten sie dann aber. Wenn man ihnen dann einige Übergangsformen zeigt, z. B. Archaeopteryx, dann sagen sie, dass Archaeopteryx nicht den Übergang von Dinosauriern zu Vögeln zeige, sondern einfach nur ein fertiger Vogel sei. Bei genauerer Betrachtung wird man jedoch feststellen, dass Kreationisten eine sehr obskure Vorstellung dessen haben, was eine Übergangsform ist und ihnen jegliche Kenntnis der Anatomie, Systematik, ja gar der Biologie und Wissenschaft überhaupt fehlt. Schauen wir uns mal einige ihrer Vorstellungen an:

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Evolution for IDiots Teil 3: Die Farben der Evolution

Valentinstag ist der Tag der Blumen. Am liebsten verschenkt werden natürlich rote Rosen oder rote Nelken. Die Farbe Rot – eine magisch schöne Rote Farbe. Dass wir diese Farbe erkennen können, verdanken wir unseren Vorfahren. Dies ist eine kleine Geschichte der Evolution des Farbfernsehens bei den Primaten.

 Farbensehen

Einige Lebewesen, so auch wir Menschen, sind in der Lage Farben zu unterscheiden. Doch was sind Farben eigentlich? Farbe ist die individuelle visuelle Wahrnehmung, die durch Licht, das in dem für das menschliche Auge sichtbaren Bereich liegt, hervorgerufen wird. Die für den Menschen wahrnehmbaren Farbreize liegen im Bereich zwischen 380 Nanometern und 780 Nanometern des elektromagnetischen Spektrums. Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung (Abb. 1).

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Evolution for IDiots Teil 2: Irreduzierbare Komplexität und die Evolution des Auges

In Teil 1 unserer Reihe „Evolution for IDiots“ befassten wir uns mit der Evolution des Kreationismus. Dabei lernten wir die modernste Version des Kreationismus, das „Intelligent Design“ kennen. Intelligent Design unterscheidet sich von den anderen „klassischeren“ Formen des Kreationismus dadurch, dass sie – zumindest in der Öffentlichkeit – die religiösen Bekundungen des Schöpfungsglaubens auslassen. Weiterhin erkennen sie das hohe Alter der Erde an. Stattdessen haben sei einen anderen Schwerpunkt, nämlich den „Design“ in der Natur. Die Komplexität des Lebens könne nicht durch blinden Zufall entstanden sein. Außerdem sind die komplexen Strukturen irreduzierbar komplex, d. h., wenn man einzelne Teile aus einem System entfernt, so ist dieses System nicht mehr funktionsfähig. Diese komplexen Dinge können nicht einfach so entstanden sein, viel mehr war ein intelligenter Designer am Werk. Diese Argumentation geht auf William Paley zurück, einem berühmten Naturtheologen, der 1802 „Natural Theology“ schrieb. Paleys berühmteste Metapher ist die des Uhrmachers. Wenn man an einem Strand entlangläuft und eine Uhr findet, dann weiß man, dass diese Uhr nicht durch Zufall entstanden sein kann, sondern, dass diese designt wurde, die also jemand gemacht habe. Dasselbe gilt auch für das Leben. In Teil 1 hatten wir den philosophischen Fehler des Intelligent Designs auseinandergenommen. In diesen Teil befassen wir uns mit einem der Lieblingsbeispiele des Intelligent Designs und erörtern, dass diese nicht durch einen Intelligenten Designer, sondern durch Evolution entstanden sind.

Perfektes Design?

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Evolution for IDiots Teil 1: Die Evolution des Kreationismus

Vorwort

Kreationismus ist der pseudowissenschaftliche Irrglaube, dass Evolution eine Lüge sei. Allen Kreationisten gemeinsam ist die spezielle Schöpfung der Arten durch Gott, was einer Ablehnung der natürlichen Selektion zur Erklärung der Artenvielfalt gleichkommt. Für Fundamentalisten ist die Bibel keine Sammlung von Mythen, Metaphern und Prophezeiungen, sondern Offenbarung Gottes. Sie ist daher wahr und enthält die wahren Fakten. Sie wird zum wissenschaftlichen Text. Widersprechende Aussagen der Naturwissenschaften müssen daher falsch sein. Die Artikelreihe „Evolution for IDiots“ soll sich mit einigen Vorwürfen des Kreationismus gegen die Evolution befassen. Bei dem Titel handelt es sich um ein Wortspiel: IDiots (großes „I“ und großes „D“) hat die Abkürzung für „Intelligent Design“ (kurz ID), einer Abart des Kreationismus, im Namen drin. Die Verbindung zwischen Intelligent Design und Idiot passt einfach zu gut.

Die Ursprünge der biblischen Schöpfungsgeschichte

So ziemlich jede Kultur hat ihre Schöpfungsgeschichte und ihre Mythen, die das Verhältnis der Menschen zur Erde und zu ihren Göttern reflektieren, das Christentum, bzw. die christliche Schöpfungslehre, hat also keinerlei Sonderstellung in dieser Reihe.

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Sugar-Daddy? – Der Irrsinn des Kreationismus

Kreationismus ist der pseudowissenschaftliche Irrglaube, dass Evolution eine Lüge sei. Er ist, wie die Leugnung des anthropogenen Klimawandels, Homöopathie, Esoterik und die Impfgegner Ausdruck der Fäulniserscheinung einer untergehenden Gesellschaftsformation. Der Kreationismus hat, je nachdem welcher religiös-fundamentalistischen Ausrichtung man anhängt, unterschiedliche Facetten. Jedoch lassen sich in etwa zwei Hauptrichtungen erkennen: Zum einen gibt es die „Junge-Erde-Kreationisten“, also jene Fundamentalisten, die die Bibel wörtlich nehmen und das Alter der Erde auf etwa 6000 Jahre schätzen. Gott habe dabei die Erde in eben diesen 6 Tagen geschaffen. Zum anderen gibt es die „Alte-Erde-Kreationisten“, die zwar das hohe geologische Alter akzeptieren und die Bibel nicht ganz so wörtlich nehmen, den Evolutionsgedanken jedoch ablehnen. Wenn sich Arten wandeln, dann handelt es sich nicht um einen natürlichen Prozess, sondern ein „intelligenter Schöpfer“ ist am Werk. Hierzu gehört z. B. die „gap theory“. Diese erkennt das hohe Alter der Erde an. Die sechs Tage der Genesis geschahen erst nach einer langen Pause. Sehr alte Fossile gehören der ersten Periode an, deren Leben von Gott vor der Schöpfung Adam und Evas zerstört wurde. Nach der „day-age theory“ sind die Tage der Genesis nicht wörtlich zu nehmen, sie können durchaus für Millionen von Jahren stehen. Im 20. Jahrhundert kam als dritte Interpretationsvariante die Fluttheorie von George McCready Price hinzu. Vor den sieben Tagen der Genesis wird eine lange Existenz ohne Leben zugestanden. Häufig tarnen sich besonders die „Alte-Erde-Kreationisten“ unter dem Decknamen des „Intelligent Design“, um sich „wissenschaftlich“ zu präsentieren. Es gab auch mehrere Versuche, vor allem in den USA, den Kreationismus als „Alternative“ zur Evolutionstheorie in den Schulen zu unterrichten. Doch die Wissenschaftlichkeit des Kreationismus und des „Intelligent Designs“ ist nur ein Etikettenschwindel.

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