Evolution vs. Kreationismus: Das Rätsel der Blutgerinnung | Bauplan des Lebens #04

Darwins Blackbox? Ich liebe es, wenn Kreationisten der Evolution ein Ultimatum stellen. „Erklärt mir DAS — oder Gott hat gewonnen.“ Und ihr Kronzeuge Nummer eins, seit fast dreißig Jahren: die Blutgerinnung. Michael Behe, Biochemiker mit echtem Doktortitel, hat 1996 ein ganzes Buch darüber geschrieben, warum dieses System unmöglich durch Evolution entstanden sein kann. Entferne einen … Weiterlesen

Deine Zelle ist eine MEGA-Fabrik – aber keine Maschine | Ursprung des Lebens #7

  Intro: Warum die Maschinen-Analogie falsch ist Deine Zelle ist eine MEGA-Fabrik. Das endoplasmatische Retikulum bildet ihr Produktions- und Verteilungsnetzwerk. Der Golgi-Apparat sortiert, modifiziert und verschickt Moleküle an ihren Bestimmungsort. Das Cytoskelett durchzieht die Zelle als dynamische Infrastruktur, auf der Motorproteine ihre Fracht transportieren. Millionen Maschinen, die Proteine verarbeiten, Straßen die sich in Sekunden neu … Weiterlesen

Ohne Sex wärst du ausgestorben – aber warum gibt es ihn überhaupt? | Ursprung des Lebens #5

Intro Stell dir vor, du kannst dich ohne Partner vermehren. Schneller, effizienter — hundert Prozent deiner Gene an die nächste Generation. Keine Kompromisse, kein Aufwand. Das klingt evolutionär überlegen. Und trotzdem machen es fast keine komplexen Lebewesen. Die einzige Ausnahme: sogenannte Rädertierchen, die seit 80 Mio. Jahren wie Mönche leben. Der Grund dafür ist einer … Weiterlesen

Sauerstoff war ein Gift? | Ursprung des Lebens #4

Intro Im Meer vor Japan versinkt ein Wissenschaftler in die Tiefe. Dr. Serizawa hat eine Waffe entwickelt — den Sauerstoff-Zerstörer. Eine chemische Verbindung, die im Wasser alle Sauerstoffmoleküle vernichtet. Ohne Sauerstoff löst sich Leben auf — selbst ein Monster wie Godzilla. Er zündet die Waffe. Godzilla stirbt. Serizawa stirbt mit ihm — weil er als … Weiterlesen

Phylogenetische Systematik Teil 2: Kladistik

Das System von Linne hat einige große Schwächen:

Linné war kein Anhänger der Evolution, sondern glaubte an die Konstanz der Arten. Linné ordnete die verschiedenen Tiere und Pflanzen nach ihren Merkmalen, evolutionäre Ursprünge kamen ihm dabei nicht in den Sinn.

Dass Evolutionsverlauf und Verwandtschaftsbeziehungen früher keine große Rolle spielten, zeigt sich z. B. darin, dass Elefanten, Flusspferde und Nashörner als Dickhäuter (Pachydermes) zusammengefasst wurden, obwohl wir heute wissen, dass alle drei Gruppen unterschiedlichen evolutionären Linien entsprangen. Elefanten sind näher mit den Schliefern und Seekühen verwandt, Nashörner werden mit den Pferden und Tapiren zu den Unpaarhufern zusammengefasst und Flusspferde sind Paarhufer, deren nächsten heute lebenden Verwandten die Wale sind.

Es braucht also ein Ordnungsprinzip, dass den Evolutionsverlauf und die Verwandtschaftsbeziehungen berücksichtigt, denn nicht Merkmale definieren Gruppen, sondern die Abstammung. Es muss also untersucht werden, welche Merkmale geeignet sind die Verwandtschaftsbeziehungen zu ermitteln. Hier bedient man sich der Methoden der phylogenetischen Systematik.

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Noch einmal über den Klima-Konsens

Eigentlich hatte ich nicht vor die Debatte über die globale Erwärmung fortzuführen, denn ich kann nicht von mir behaupten Experte in diesem Thema zu sein, noch liegt sie in meinem Interessenbereich. Da es aber gerade „in“ ist darüber zu debattieren, wurde ich auf einen Artikel von Markus Fiedler aufmerksam gemacht, welches den Titel „Die 97% Einigkeit unter Wissenschaftlern, die es nie gegeben hat“ trägt (in Folge Fiedler 2020). Es bezieht sich auf die Studie von Cook et al. (2013), die bei einer Analyse von knapp 12.000 „abstracts“ von wissenschaftlichen Studien gezeigt haben, dass 97% der Studien sich darüber einig sind, dass der Mensch Hauptverursacher der jetzigen globalen Erwärmung ist. Fiedler (2020) will diesen Konsens der Klimawissenschaftler widerlegt haben wollen. Seiner Analyse nach seien die 97% Einigkeit eine statistische Manipulation von Cook et al. (2013). Denn dem Leser werde „systematisch verheimlicht, dass lediglich 0,54% aller Autoren, die etwas zum Klimawandel schreiben, den Menschen als wesentlichen Treibers des Klimas sehen.

Nun sollen es also statt 97% nur 0,54% aller Studien sein. Das Ergebnis von einem halben Prozent statt 97% wirkt schon sehr auffällig. Deswegen sollen hier die Argumente Fiedlers kritisch überprüft werden, um herauszufinden, ob bei Cook et al. (2013) tatsächlich „manipulative Fehler“ vorliegen und Fiedlers Kritik berechtigt ist.

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