Warum es genau zwei Geschlechter gibt – Evolution erklärt | Ursprung des Lebens #06

Warum ausgerechnet 2? Die Frage hinter der Frage Manche Pilze haben über 23.000 Paarungstypen. Trotzdem haben sie keine Geschlechter. Was unterscheidet diese 23.000 Paarungstypen von genau zwei? Und warum hat die Evolution bei zwei aufgehört — nach zwei Milliarden Jahren Experiment? Und bevor jetzt irgendjemand hyperventiliert — ja, ich weiß, wie „genau zwei Geschlechter“ im … Weiterlesen

Molekularbiologie der Zelle Teil 14: Meiose, Rekombination und Kernphasenwechsel

Im letzten Beitrag befassten wir uns mit der Mitose, bei dem das genetische Material gleichmäßig auf die Tochterzellen weitergegeben wird.

Wir erinnern uns: Menschen haben 46 Chromosomen: 44 Autosomen und die zwei Gonosomen, auch Geschlechtschromosomen genannt (Bei Frauen XX und beim Mann XY). Genauer gesagt haben wir 23 homologe Chromosomenpaare, d. h. jedes Chromosom kommt doppelt vor. Man spricht von diploid. Die Ausnahme stellt natürlich das Y-Chromosom des Mannes dar, welches nicht homolog zum X-Chromosom ist; dennoch bilden beide das Paar der Geschlechtschromosomen. Der diploide Chromosomensatz kommt zustande, weil bei der sexuellen Vermehrung Eizelle und Spermazelle miteinander verschmelzen, ein Vorgang den man als Befruchtung bezeichnet. Eizelle und Spermazelle sind die Keimzellen und diese haben nur einen halben Chromosomensatz, man spricht von haploid. Wie dieser halbe Chromosomensatz entsteht, wird in diesem Beitrag geklärt.

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Mars versus Venus? Teil 15: Erde

Wir schließen hiermit die Mars-versus-Venus-Reihe ab. In 14 Kapiteln haben wir uns mit den verschiedensten Aspekten der Frage der Geschlechter auseinandergesetzt: wir untersuchten genetische Befunde, die Embryonalentwicklung, Gehirn, Hormone und Psychologie, machten einen Abstecher ins Tierreich, untersuchten sexuelle Orientierungen, die sexuelle Selektion, übten Kritik an der Evolutionspsychologie und biologischem Determinismus und zogen sowohl die queer-Theorie … Weiterlesen

Mars versus Venus? Part 6: Animal Love Story

In the previous parts we have either dealt with absurd „philosophical“ views (Butler’s queer theory or Kutschera’s sympathies for AfD and Catholic church reactionaries) or have penetrated deep into genetics. At this point, we now deal with mating systems in the animal kingdom. Anyone who has an interest in how diverse the sex life of animals is without much scientific „Blabla“, I can only recommend „Das Liebesleben der Tiere (The Love Life of Animals)“ by Katherina von der Gathen.

In a pedagogically meaningful and child-friendly way, without being obscene, the reproductive behavior of different animals is addressed, from mate choice to rearing of the offspring everything is there: funny, beautifully illustrated and oriented on facts.

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Mars vs. Venus? Part 3: File number XY … solved!

Summary of parts one and two

  1. We humans (and most living beings) have a double set of chromosomes (= diploid). And that’s essentially true of most creatures, especially animals.
    2. We humans produce, like all sexually reproducing organisms, germ cells (= gametes). These have only half a chromosome set (= haploid). The process of producing four haploid cells from a diploid cell is called meiosis (or reduction division).
    3. We produce two different types of germ cells, sperm cells (small, motile) and oocytes (large, immobile). This applies to ALL animals. Other groups of organisms also produce different germ cells (always two), or they produce equivalent germ cells (isogamy), where always two merge into one zygote (but isogamy is generally uninteresting for humans and animals).
    4. Living beings undergo a change in the haploid and diploid phase (= biological life cycle) in their lives. Depending on the type one phase outweighs the other phase. In humans and all animals the diploid phase dominates (= diplonts).
    5. Each germ cell production coincides with a „germ cell production site“. Sperm is produced in animals in testicles, oocytes in ovaries. This is also associated with the proliferation of germ cells (internal or external fertilization, ovarian apparatus, penis, etc.).
    6. If there are living things that have three or more sets of chromosomes (= polyploid), they are a special case due to disorders during meiosis. But always two types of germ cells are created.

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Mars versus Venus? Teil 11: „Testosteron Rex“

Es herrscht wohl um kaum ein Hormon ein größerer Mythos oder gar ein Kult als um Testosteron. Es ist das Männlichkeitshormon schlecht hin und erfülle aller erdenklichen Aufgaben, die den Mann zum Mann machen. Diese Sichtweisen werden beispielsweise in Joe Herberts Buch „Testosterone: Sex, Power, and the Will to Win“ (HERBERT 2015) anschaulich dargestellt. HERBERT (2015) erklärt, dass die „typisch männlichen“ Eigenschaften (Sex, Macht, Gewinnstreben) sich im Testosteron widerspiegeln und ohne dieses nette Hormon gäbe es gar keine menschliche Geschichte. Also zusammengefasst: Die Geschichte sei gar keine Geschichte von Klassenkämpfern, sondern von Hormontitern. Nicht anders sieht es bei KUTSCHERA (2018) aus. Für Kutschera sind “[d]ie Jungen (…) mehrheitlich aktiv-aggressiv-autoritätsverachtend-selbstbestimmt (…) die Mädchen hingegen sind brav und angepasst“ (KUTSCHERA 2018: S. 23). Eine entscheidende Rolle spiele hierbei das „Männlichkeitshormon“ Testosteron. Männer, die meinen sich um den Nachwuchs zu kümmern und daher Elternzeit nehmen, anstatt es den Frauen zu überlassen, sind für Kutschera unnatürlich und es widerspreche dem Testosterongehalt der Männer. Testosteron mache Männer unfähig für die Kindererziehung, da sie mit „Babys überhaupt nichts anfangen können, bzw. gestresst-aggressiv auf deren Hilferufe reagieren.“ Infantizid (Kindstötung) sei in der Evolution des Menschen ein natürlicher Auslesefaktor gewesen. Die ideologische „Gleichschaltung“, die die armen kinderhassenden Testosteronwesen namens Männer dazu zwinge sich um Kinder zu kümmern, werden dann noch von den „Genderisten“ schamlos als „Rabenväter“ bezeichnet. Dabei sollen Männer schlicht und einfach das Brot erwerben, was sie ja schon über Jahrmillionen gemacht haben und dieses „altruistisch“ mit Frau und Kind teilen (KUTSCHERA 2018, S. 27). Es bleibt offen, ob Kutschera hier allgemein wissenschaftliche Fakten erzählt oder seinen Erziehungsstil hier versucht „wissenschaftlich“ zu verteidigen.

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Mars versus Venus? (English) Part 2: Why are there two sexes?

The question of why there are only two sexes (and genders!) has to do with their biological function. This article is about sex, chromosome numbers and germ cell formation.

Sexuality or sexual reproduction is not only exhausted in the multiplication of the number of individuals, but is based on the constant recombination of the parental genetic material. This ensures a certain variability of the organisms. Sex refers to the totality of all phenomena that are put into this service. The biologist August Weismann has already pointed out the origins and significance of sexuality (WEISMANN 1883, 1886). LANE (2009) has dedicated a chapter on the origins and evolution of sexual reproduction; MARGULIS & SAGAN (1986) also wrote a wonderful book (albeit partially elderly). For visually oriented people, I recommend the following video, also the following.

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Mars versus Venus? (English) Part 1: The irrationalism of queer theory

Introduction

„Men are from Mars, women are from Venus,“ says therapist John Gray, who claims that men and women are two completely different beings, as if they came from different planets. Men are aggressive and warlike, but also protective like the Roman god of war Mars. Women, on the other hand, are emotional, beautiful, vain, and fertile like the goddess of love, Venus. This leads to the idea that men and women pursue two completely different reproductive strategies and that each of their traits – be they physical or intellectual – serve this reproductive strategy: men and women are biologically completely different and the differences in their behavior are for the most part biologically justifiable and determined. It can also be deduced that her sexual behavior has completely different goals and ideas (he only wants to distribute his sperm, she wants a romantic relationship and children). The social role, i.e. society, plays no decisive role; Everything, or at least almost everything, is biologically justifiable.

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Mars versus Venus? Teil 9: Zwei-Geschlechtlichkeit und das Paradoxon des Haufens

Abb. 1: Sind Geschlechter nur ein Spektrum? Aus der Zeichentrickserie „Disenchantment

Auf dieser Seite erschienen mehrere Beiträge, die sich mit der Frage der Existenz der Geschlechter befassen. Das Ergebnis zeigte sich dabei ganz eindeutig: biologische Geschlechter sind real, weil sie sich durch die Produktion haploider Keimzellen definieren. Weil Sex biologisch der Fortpflanzung dient, bei der sich zwei Keimzellen (Spermium und Ei) miteinander verschmelzen, kann es nicht mehr als zwei biologische Geschlechter geben.

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Mars versus Venus? Teil 6: Liebesleben der Tiere

Wir haben und in den vorherigen Teilen entweder mit absurden „philosophischen“ Ansichten befasst (Butlers queer-Theorie oder Kutscheras Sympathien für Reaktionäre der AfD und der katholischen Kirche) oder sind sehr tief in die Genetik eingedrungen. An dieser Stelle befassen wir uns nun mit dem Liebesleben im Tierreich. Wer ein Interesse daran hat, wie vielfältig das Sexualleben der Tiere ist ohne viel wissenschaftliches „Blabla“, dem kann ich nur „Das Liebesleben der Tiere“ von Katherina von der Gathen empfehlen.

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Mars versus Venus? Teil 5: Schimpansen-Mann und Menschen-Frau?

Eigentlich sollte dieser Teil sich mit den unterschiedlichen Formen der Sexualität bei Tieren befassen. Es würde um Hyänen, Seepferdchen und andere Fische, so wie die Evolution der Geschlechtsorgane gehen. Dieses werde ich nun auf Teil 6 verschieben, da mir ein anderes Thema mehr in den Fingern brannte, nämlich die oft provokant geschilderte These, Männer seien mit Schimpansen näher verwandt als mit Frauen. Betrachtet man sich manche Gestalten wie Donald Trump und George W. Bush, so scheint eine Verwandtschaft belegt (wobei die Schimpansen deutlich besser abschneiden). Doch was ist an diesem Mythos wirklich dran? Darum geht es in Teil 5.

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Mars versus Venus? Teil 4: Das Phänomen Intersexualität

Wir haben, besonders in den Teilen zwei und drei, die biologische Begründbarkeit, weshalb es zwei Geschlechter gibt und warum dies sinnvoll ist, dargelegt. In der Natur gibt es unterschiedliche Mechanismen, wie sich die Geschlechter ausbilden (XX/XY, ZW/ZZ, XX/X0, umweltbedingte Geschlechtsdetermination). Neben getrennten Geschlechtern gibt es sogenannt Hermaphroditen (Zwitter), also jene, die beide Geschlechter in einem Körper vereinigen (z. B. bei vielen Blütenpflanzen oder Schnecken).

Diese Formen der Geschlechtsdetermination entsprechen der Normalverteilung der lebenden Organismen. Es gibt aber natürlich Abweichungen von der „Norm“. Begriffe wie „normal“, „abnormal“, „untypisch“ und „Abweichungen“ sind in der Biologie als wertneutrale Begriffe zu verstehen, die keinerlei Diskriminierung beinhalten. Sie sagen lediglich aus, dass es Individuen gibt, die nicht der Mehrheit entsprechen. Das trifft nun auch auf die Geschlechterverteilung zu.

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Mars versus Venus? Teil 2: Warum gibt es zwei Geschlechter?

Die Frage, warum es eben nur zwei Geschlechter geben kann, hat mit ihrer biologischen Funktion zu tun. Hierbei geht es um Sex, Chromosomenzahl und Keimzellenbildung.

Sexualität, bzw. sexuelle Fortpflanzung erschöpft sich nicht nur in der Vermehrung der Individuenzahl, sondern beruht auf der ständigen Neukombination des elterlichen Erbgutes. Damit ist eine gewisse Variabilität der Organismen gesichert. Sex bezeichnet die Gesamtheit aller Phänomene, die in diesen Dienst gestellt werden. Über die Ursprünge und Bedeutung der Sexualität hat schon der Biologe August Weismann hingewiesen (WEISMANN 1883, 1886). Über die Ursprünge und Evolution der sexuellen Fortpflanzung hat LANE (2009) ein Kapitel gewidmet; MARGULIS & SAGAN (1986) haben hierzu ebenfalls ein wunderbares Buch geschrieben (wenn auch teilweise betagt). Für visuell orientierte Menschen empfehle ich folgendes Video, außerdem noch folgendes

englische Version

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Mars versus Venus? Teil 1: Der Irrationalismus der Queer-Theorie

Einführendes

„Men are from Mars, Women are from Venus“, so der Therapeut John Gray, bei der die Behauptung aufgestellt wird, Männer und Frauen seien zwei komplett unterschiedliche Wesen, als ob sie von unterschiedlichen Planeten stammten. Männer seien aggressiv und kriegerisch, aber auch beschützend wie der römische Kriegsgott Mars. Frauen hingegen seien emotional, schön, eitel und fruchtbar wie die Göttin der Liebe Venus. Daraus resultiert die Vorstellung Männer und Frauen verfolgen zwei völlig unterschiedliche Strategien zur Fortpflanzung und jeder ihrer Merkmale – seien sie nun körperlich oder intellektuell – dienen dieser Fortpflanzungsstrategie: Männer und Frauen seien biologisch komplett unterschiedlich und die Unterschiede in ihrem Verhalten seien zum überwiegenden Teil biologisch begründbar und festgeschrieben. Daraus ist auch abzuleiten, dass ihr Sexualverhalten völlig andere Ziele und Vorstellungen habe (er möchte nur seinen Samen verteilen, sie möchte eine romantische Beziehung und Kinder). Die soziale Rolle, also die Gesellschaft, spiele keine entscheidende Rolle; alles, oder zumindest fast alles, sei biologisch begründbar.

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