Evolution vs. Kreationismus: Das Rätsel der Blutgerinnung | Bauplan des Lebens #04

Darwins Blackbox? Ich liebe es, wenn Kreationisten der Evolution ein Ultimatum stellen. „Erklärt mir DAS — oder Gott hat gewonnen.“ Und ihr Kronzeuge Nummer eins, seit fast dreißig Jahren: die Blutgerinnung. Michael Behe, Biochemiker mit echtem Doktortitel, hat 1996 ein ganzes Buch darüber geschrieben, warum dieses System unmöglich durch Evolution entstanden sein kann. Entferne einen … Weiterlesen

Warum Blut nicht immer rot ist – Die Evolution des Blutes | Bauplan des Lebens #03

Intro Es gibt Tiere, die keine roten Blutkörperchen besitzen. Die kein Hämoglobin haben. Deren Blut buchstäblich durchsichtig ist — und die trotzdem in einem der unwirtlichsten Ozeane der Erde überleben. 1928 entdeckte der norwegische Biologe Ditlef Rustad unweit der Bouvetinsel, 2600 km vom Kap der Guten Hoffnung entfern, seltsam blasse Fische. Fast vollständig durchsichtig. Jahrzehnte … Weiterlesen

Wie entstand dein Herz? – Die Evolution des Kreislaufsystems | Bauplan des Lebens #02

Intro[1] Vögel und Säugetiere haben dasselbe vierkammerige Herz. Gleiche Architektur. Gleiche Kammern. Gleiche Aufteilung in Lungen- und Körperkreislauf. Aber ihre gemeinsamen Vorfahren — frühe Reptilien — hatten es noch nicht. Das bedeutet: Das Vierkammerherz entstand nicht einmal. Es entstand zweimal. Unabhängig voneinander, in zwei völlig verschiedenen Tierlinien, unter demselben Selektionsdruck. Das ist konvergente Evolution. Und … Weiterlesen

Fische hatten Lungen — bevor wir laufen lernten | Bauplan des Lebens #01

Charles Darwin lag falsch. Nicht in der Evolutionstheorie. Aber bei diesem einen Organ — der Lunge — hat er die Evolutionsrichtung schlicht umgekehrt. Darwin und viele Biologen nach ihm gingen davon aus: Fische haben eine Schwimmblase. Irgendwann wurde diese Schwimmblase zur Lunge. Und damit konnten die ersten Wirbeltiere das Land betreten. Es klingt logisch. Es … Weiterlesen

Wie Embryonen die Evolution der Gliedmaßen erklären (Von Luca bis Eva 15)

Text als pdf Warum sehen unsere Arme und Beine so komisch aus?[1] Betrachtet mal eure Gliedmaßen. An einem Ende befinden sich Finger oder Zehen, am anderen Ende Oberarmknochen oder Oberschenkelknochen. Niemand hat Finger in der Mitte seines Arms. Betrachtet auch die subtilen, aber offensichtlichen Unterschiede zwischen unseren Händen und Füßen. Wenn unsere Finger durch Zehen … Weiterlesen

Zufall oder Design? Die Evolution der Augen

Intro Das Auge gilt oft als Inbegriff komplexer Evolution – so raffiniert, dass es Charles Darwin selbst Kopfzerbrechen bereitete. Doch von den ersten lichtempfindlichen Zellen winziger Organismen bis zu den hochentwickelten Sehorganen von Tintenfischen, Insekten und Wirbeltieren führte kein Sprung, sondern eine Abfolge kleiner Schritte. In diesem Video reisen wir Milliarden Jahre zurück und folgen … Weiterlesen

Wie Kiemenbögen Hirnnerven (chaotisch) ordnen (Von LUCA bis Eva #12)

Intro Text als pdf Wenn wir Wirbeltiere betrachten – Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere –, sehen wir völlig unterschiedliche Köpfe, die jedoch alle einen gemeinsamen Bauplan haben, den wir in den letzten Episoden ergründet haben: von der Wirbelsäule bis zum Kiefer. Eine der wichtigsten Regionen, die an der Entwicklung wichtiger Kopfstrukturen – und darüber … Weiterlesen

Wie Nervenzellen entstanden – Der Ursprung von Denken und Verhalten (von LUCA bis Eva 7)

Einleitung   Die Vielfalt der Organsysteme im Tierreich ist beeindruckend – aber sie ist kein Zufallsprodukt. Sie ist das Ergebnis von Millionen Jahren evolutionärer Anpassung, funktioneller Innovation und manchmal reiner Improvisation. Wir reisen zurück zu den frühesten Tieren – und sehen, wie Genetik, Embryologie und Phylogenie zusammen ein Bild ergeben: Wie Tiere innen wurden, was … Weiterlesen

Embryonen und Evolution: Evolutionäre Entwicklungsbiologie, Evo-Devo („Von LUCA bis Eva” Teil 6)

allgemeine Literatur zur Embryonalentwicklung: Baressi, M. J. F., Gilbert, S. F. (2020): Developmental Biology, Sinauer Associates. 12. Auflage. Campbell, N.A., Reece, J.B. et al: Biology (z.B. 12. Auflage, 2020); Kapitel 32 „Eine Einführung in die Diversität und Evolution der Metazoa“. Campbell, N.A., Reece, J.B. et al: Biology (z.B. 12. Auflage, 2020); Kapitel 47 „Die Entwicklung … Weiterlesen

Endogene Retroviren und Transposons

 

Im Beitrag über das Corona-Virus wurde erwähnt, dass es auch sogenannte endogene Retroviren gibt. Zur Erinnerung: Endogene Viren können ihr Genom in das Genom des Wirtes einpflanzen und über die Keimzellen an die nächste Generation vererben.

Diese endogenen Viren machen tatsächlich einen beachtlichen Anteil unseres Genoms aus.

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Evolution for IDiots Teil 3: Die Farben der Evolution

Valentinstag ist der Tag der Blumen. Am liebsten verschenkt werden natürlich rote Rosen oder rote Nelken. Die Farbe Rot – eine magisch schöne Rote Farbe. Dass wir diese Farbe erkennen können, verdanken wir unseren Vorfahren. Dies ist eine kleine Geschichte der Evolution des Farbfernsehens bei den Primaten.

 Farbensehen

Einige Lebewesen, so auch wir Menschen, sind in der Lage Farben zu unterscheiden. Doch was sind Farben eigentlich? Farbe ist die individuelle visuelle Wahrnehmung, die durch Licht, das in dem für das menschliche Auge sichtbaren Bereich liegt, hervorgerufen wird. Die für den Menschen wahrnehmbaren Farbreize liegen im Bereich zwischen 380 Nanometern und 780 Nanometern des elektromagnetischen Spektrums. Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung (Abb. 1).

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Evolution for IDiots Teil 2: Irreduzierbare Komplexität und die Evolution des Auges

In Teil 1 unserer Reihe „Evolution for IDiots“ befassten wir uns mit der Evolution des Kreationismus. Dabei lernten wir die modernste Version des Kreationismus, das „Intelligent Design“ kennen. Intelligent Design unterscheidet sich von den anderen „klassischeren“ Formen des Kreationismus dadurch, dass sie – zumindest in der Öffentlichkeit – die religiösen Bekundungen des Schöpfungsglaubens auslassen. Weiterhin erkennen sie das hohe Alter der Erde an. Stattdessen haben sei einen anderen Schwerpunkt, nämlich den „Design“ in der Natur. Die Komplexität des Lebens könne nicht durch blinden Zufall entstanden sein. Außerdem sind die komplexen Strukturen irreduzierbar komplex, d. h., wenn man einzelne Teile aus einem System entfernt, so ist dieses System nicht mehr funktionsfähig. Diese komplexen Dinge können nicht einfach so entstanden sein, viel mehr war ein intelligenter Designer am Werk. Diese Argumentation geht auf William Paley zurück, einem berühmten Naturtheologen, der 1802 „Natural Theology“ schrieb. Paleys berühmteste Metapher ist die des Uhrmachers. Wenn man an einem Strand entlangläuft und eine Uhr findet, dann weiß man, dass diese Uhr nicht durch Zufall entstanden sein kann, sondern, dass diese designt wurde, die also jemand gemacht habe. Dasselbe gilt auch für das Leben. In Teil 1 hatten wir den philosophischen Fehler des Intelligent Designs auseinandergenommen. In diesen Teil befassen wir uns mit einem der Lieblingsbeispiele des Intelligent Designs und erörtern, dass diese nicht durch einen Intelligenten Designer, sondern durch Evolution entstanden sind.

Perfektes Design?

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Die Evolution steht niemals still, wenn dein starker Arm es will – Zu den Ursprüngen der Vordergliedmaßen bei Säugetieren.

Säugetiere haben die unterschiedlichsten Lebensräume erobert und zeigen sich durch eine Vielfalt ihrer Gliedmaßen, vor allem ihrer Arme, aus (vgl. Abb. 1). Die verschiedenen Lebensräume konnte Säugetiere u. a. durch ihre spezialisierten Gliedmaßen erobern: Fledermäuse fliegen, Wale schwimmen, Gibbons schwingen von Baum zu Baum, Pferde galoppieren und Menschen können mit ihren Händen über ihr Smartphone wischen. Tatsächlich hat keine andere Wirbeltiergruppe eine solch erstaunliche Vielfalt an Armen hervorgebracht. Im Vergleich dazu haben alle Vögel Flügel und fast alle Reptilien laufen auf vier Gliedmaßen.

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Organismen als hydraulische Konstruktionen

Eine Zusammenstellung von Michael Kubi (2018)

als pdf: Organismen als hydraulische Konstruktionen

 

Morphologie – was ist das?

Die Morphologie (Gestaltlehre) ist eine der grundlegenden Wissenschaftszweige in der Biologie. Denn sie erforscht den Bau und die Funktionen eines Organismus. Durch sie werden z. B. die Baupläne im Tierreich erkannt. In einem Bauplan werden die gemeinsamen neuen und ursprünglichen Merkmale einer systematischen Gruppe (Taxon) dargestellt. Im Tierreich werden gegenwärtig 36 Grundbaupläne (BURDA et al. 2008, siehe Abb.1) unterschieden, aus denen sich alle Lebewesen entwickelt haben und im Laufe der Evolution differenzierten. Diese Grundbaupläne werden als Stämme oder Phylum bezeichnet. Zu den bekanntesten Stämmen im Tierreich gehören z. B. die Chordaten (wozu auch die Wirbeltiere gehören), Arthropoden (Insekten, Spinnen, Krebse, Tausendfüßer), Anneliden (Regenwürmer) und Mollusken (Schnecken, Muscheln, Tintenfische).

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