Mars versus Venus? Teil 15: Erde

Wir schließen hiermit die Mars-versus-Venus-Reihe ab. In 14 Kapiteln haben wir uns mit den verschiedensten Aspekten der Frage der Geschlechter auseinandergesetzt: wir untersuchten genetische Befunde, die Embryonalentwicklung, Gehirn, Hormone und Psychologie, machten einen Abstecher ins Tierreich, untersuchten sexuelle Orientierungen, die sexuelle Selektion, übten Kritik an der Evolutionspsychologie und biologischem Determinismus und zogen sowohl die queer-Theorie … Weiterlesen

Mars versus Venus Teil 14: Patriarchat, Judith Butler, Genderdysphorie und der Kommunismus

Wir haben im Kapitel 13 u. a. unseren Fokus daraufgelegt, sich die Familienbeziehungen menschlicher Gesellschaften anzuschauen. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass die menschliche Urgesellschaft egalitär war und es keine festen monogamen Paarbindungen gab. Damit steht die Faktenlage konträr zu den Behauptungen der sog. Evolutionären Psychologie, die postuliert, dass die Urgesellschaft eigentlich der heutigen gleiche. Wir erwähnten dann im Artikel, dass mit dem Beginn der Sesshaftigkeit sich die gesellschaftlichen Bedingungen änderten. Dieser Aspekt soll nochmal aufgegriffen und näher erläutert werden.

Wir wiederholen was wir aus Teil 13 wissen:

  • Die Urgesellschaft bestand aus Jägern und Sammlern, die nomadisch lebten und über kein Eigentum verfügten.
  • Alles was erjagt und erbeutet wurde, wurde verzehrt. Vorräte wurden nicht, bzw. nur sehr kurz, angelegt. Es gab kein sog. gesellschaftliches Mehrprodukt.
  • Die Menschen waren auch nicht sesshaft, sondern lebten nomadisch und suchten neue Jagdgründe.
  • Es gab keine typisch monogame Beziehung, die Vaterschaft war nicht geklärt.
  • Diese aufgelisteten Merkmale finden sich auch heute noch bei reinen Jäger- und Sammlergesellschaften.

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Mars versus Venus? Teil 13: Eine schrecklich nette Familie

In dieser Episode geht es, anders als der Titel vermuten würde, nicht um den erfolglosen Schuhverkäufer, Held der Arbeit und Comedy-Legende Al Bundy, sondern um einige entscheidende Aspekte der Paar-Bindung, des Familienlebens, der sexuellen Selektion, Soziobiologie und die Rolle der Eltern (besonders der Väter). Beim Menschen kümmern sich sowohl Männer als auch Frauen um ihre Kinder, aber sind Frauen dafür nicht biologisch geeigneter? So ist es doch KUTSCHERA (2018) selbst, der mehrmals betont, dass Männer aufgrund ihres hohen Testosteronspiegels für Kinder nicht geeignet seien (z. B. S. 27). Gender-Ideologen hingegen betonen, dass Männer ihren Testosteronspiegel herunterfahren und einen „Mutterinstinkt“ entwickeln müssen (S. 307). Wir werden uns mit diesen und anderen Aussagen in diesem Kapitel näher befassen.

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Mars versus Venus? Teil 12: It’s okay to be gay

Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“ (Levitikus 18,22).

Das Thema Homosexualität ist für viele ein Tabu-Thema, auch heute noch. Die Vorurteile sind, besonders von Seiten religiöser Fundamentalisten, dahingehend, dass es eine Sünde sei; gerne wird dabei die Bibel zitiert, wie Levitikus 18,22. Aber auch außerhalb religiöser Propaganda wird Homosexualität gerne missverstanden. Outen sich Jugendliche als schwul oder lesbisch, fragen sich Eltern oft, was sie an der Erziehung „falsch“ gemacht haben. Typische Klischees der verweiblichten, überaus gepflegten schwulen Männern mit der typischen „Teekannenhaltung“ und der lesbischen „Mannsweiber“ mit Holzfällerhemd und Kurzhaarfrisur bestimmen gerne unser Bild von Homosexuellen. Homosexualität wird als etwas „schrilles“, „abnormales“, „perverses“ oder zumindest „ungewöhnliches“ wahrgenommen. Homosexualität wird leider von manchen Verbrechenstaaten wie der USA, Israel oder den EU-Staaten instrumentalisiert um politisch „unbeliebte“ Länder (Russland, Iran) zu diffamieren und Kriegshetze zu betreiben, gleichzeitig aber andere Staaten, die dafür bekannt sind Homosexuelle hinzurichten, politisch und militärisch zu unterstützen (z. B. Saudi-Arabien). Hier soll es aber nicht um die politische Instrumentalisierung gehen und auch nicht über den leider vorhandenen Einfluss der reaktionären queer-Theorie und Identitätspolitik in der Schwulenbewegung gehen, sondern um das Thema an sich: Homosexualität.

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Mars versus Venus? Teil 11: „Testosteron Rex“

Es herrscht wohl um kaum ein Hormon ein größerer Mythos oder gar ein Kult als um Testosteron. Es ist das Männlichkeitshormon schlecht hin und erfülle aller erdenklichen Aufgaben, die den Mann zum Mann machen. Diese Sichtweisen werden beispielsweise in Joe Herberts Buch „Testosterone: Sex, Power, and the Will to Win“ (HERBERT 2015) anschaulich dargestellt. HERBERT (2015) erklärt, dass die „typisch männlichen“ Eigenschaften (Sex, Macht, Gewinnstreben) sich im Testosteron widerspiegeln und ohne dieses nette Hormon gäbe es gar keine menschliche Geschichte. Also zusammengefasst: Die Geschichte sei gar keine Geschichte von Klassenkämpfern, sondern von Hormontitern. Nicht anders sieht es bei KUTSCHERA (2018) aus. Für Kutschera sind “[d]ie Jungen (…) mehrheitlich aktiv-aggressiv-autoritätsverachtend-selbstbestimmt (…) die Mädchen hingegen sind brav und angepasst“ (KUTSCHERA 2018: S. 23). Eine entscheidende Rolle spiele hierbei das „Männlichkeitshormon“ Testosteron. Männer, die meinen sich um den Nachwuchs zu kümmern und daher Elternzeit nehmen, anstatt es den Frauen zu überlassen, sind für Kutschera unnatürlich und es widerspreche dem Testosterongehalt der Männer. Testosteron mache Männer unfähig für die Kindererziehung, da sie mit „Babys überhaupt nichts anfangen können, bzw. gestresst-aggressiv auf deren Hilferufe reagieren.“ Infantizid (Kindstötung) sei in der Evolution des Menschen ein natürlicher Auslesefaktor gewesen. Die ideologische „Gleichschaltung“, die die armen kinderhassenden Testosteronwesen namens Männer dazu zwinge sich um Kinder zu kümmern, werden dann noch von den „Genderisten“ schamlos als „Rabenväter“ bezeichnet. Dabei sollen Männer schlicht und einfach das Brot erwerben, was sie ja schon über Jahrmillionen gemacht haben und dieses „altruistisch“ mit Frau und Kind teilen (KUTSCHERA 2018, S. 27). Es bleibt offen, ob Kutschera hier allgemein wissenschaftliche Fakten erzählt oder seinen Erziehungsstil hier versucht „wissenschaftlich“ zu verteidigen.

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Mars versus Venus? Teil 10 Gehirn 3/3: kognitive Fähigkeiten bei Mann und Frau

Zusammenfassung Teil 8:

Im letzten Teil haben wir uns intensiv mit der Anatomie und Funktionsweise des Gehirns befasst und nach Geschlechterunterschieden gesucht. Wir können Folgendes festhalten:

* Es gibt Geschlechterunterschiede im Gehirn, doch diese sind eher gering, es gibt große Überlappungen und die Unterschiede zwischen zwei Männern können u. U. größer sein, als die zwischen Mann und Frau.

* Wenn es Unterschiede gibt, heißt es noch lange nicht, dass diese Unterschiede „angeboren“ sein müssen. Da unser Gehirn plastisch ist, reagiert es auch auf seine Umwelt (und bei Menschen besonders auf das soziale Umfeld und die Kultur) und kann sich entsprechend anpassen. Ein gefundener Unterschied muss also nicht zwingend biologische Ursachen haben

* Damit sind die Unterschiede auch nicht starr: z. b. lassen sich Unterschiede zwischen Mann und Frau bei kognitiven Leistungen durch intensiveres Training reduzieren.

* Wenn sich Unterschiede finden, heißt das bei Weitem nicht, dass diese Unterschiede irgendeine Qualität haben. Unterschiede sind erst einmal eines: nämlich nur Unterschiede. Sie geben keine Anzeichen dafür, welche Eigenschaft besser oder höher gestellt ist.

* Unterschiede in der Persönlichkeit lassen sich nicht mit Unterschieden in der Gehirnstruktur in Verbindung bringen. Zwar haben die unterschiedlichen Gehirnareale verschiedene Aufgaben. Doch selbst die kleinste Tätigkeit (z. b. den Namen mit einem Stift auf Papier schreiben) erfordert die Koordination unterschiedlicher Hirnareale: Sehzentrum (sehe ich den Stift und das Papier?), Sprachzentrum (kenne ich meinen Namen?), motorisches Zentrum (kann ich den Stift festhalten?), Erinnerungsvermögen (erinnere ich mich an meinen Namen?), Emotionen (welche Gefühle habe ich, wenn ich meinen Namen schreibe?), Stammhirn (ich muss immer noch atmen können) etc. sind erforderlich, um den eigenen Namen aufzuschreiben. Folgerichtig müssen auch bei unserer Persönlichkeit und unserer Identität mehrere Hirnregionen miteinander koordiniert sein. Es lässt sich also an der Struktur des Hypothalamus z. B. kein „Transsexuellen-Gehirn“ festmachen. Außerdem können tatsächlich gefundene Unterschiede im Gehirn nicht die Ursache, sondern die Folge der Persönlichkeit sein, da das Gehirn auch auf Umweltreize reagiert.

* Hirnregionen können einander kompensieren. Kleinere Hirnareale können ihre „Defizite“ dadurch ausgleichen, dass sie z. B. mehr Neurotransmitter produzieren.

* Weil unser Gehirn wesentlich komplexer ist, lassen sich nicht so einfach Erkenntnisse aus Tierversuchen 1:1 auf Menschen übertragen.

* Unabhängig davon, ob man die Unterschiede zwischen Männerhirnen und Frauenhirnen übertreibt oder herunterspielt, liefern beide Versionen keine nennenswerten Argumente für die Queer-Theorie. Wenn es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Männer- und Frauenhirnen gibt, so kann die Behauptung, dass man ein Frauenhirn in einem Männerkörper (oder umgekehrt) haben kann, nicht richtig sein. Sollten jedoch sehr große Unterschiede bestehen, dann ist z. B. ein Mann, der sich „weiblicher“ fühlt, lediglich jemand der vom statistischen Durchschnittswert abweicht, aber immer noch ein Mann. Denn die Kriterien für die Unterschiede zwischen Mann und Frau liegen nicht in der Gehirnanatomie, sondern in der Funktion der Fortpflanzung.

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Mars versus Venus? Teil 9: Zwei-Geschlechtlichkeit und das Paradoxon des Haufens

Abb. 1: Sind Geschlechter nur ein Spektrum? Aus der Zeichentrickserie „Disenchantment

Auf dieser Seite erschienen mehrere Beiträge, die sich mit der Frage der Existenz der Geschlechter befassen. Das Ergebnis zeigte sich dabei ganz eindeutig: biologische Geschlechter sind real, weil sie sich durch die Produktion haploider Keimzellen definieren. Weil Sex biologisch der Fortpflanzung dient, bei der sich zwei Keimzellen (Spermium und Ei) miteinander verschmelzen, kann es nicht mehr als zwei biologische Geschlechter geben.

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Mars versus Venus? Teil 8: Gehirn 2/3: Frauenhirn und Männerhirn oder Menschenhirn?

zu Teil 7:

Einführendes zum Gehirn

Als Gehirn wird bei Wirbeltieren und einigen Wirbellosen der im Kopf gelegene Teil des Zentralen Nervensystems (ZNS) bezeichnet (als weiterer Bestandteil des zentralen Nervensystems der Wirbeltiere gilt das Rückenmark). Unser Gehirn verarbeitet Sinneswahrnehmungen und koordiniert das Verhalten. Die Länge aller Nervenbahnen zusammengenommen beträgt ungefähr 5,8 Millionen Kilometer (145-fache des Erdumfangs). Das Volumen des Gehirns beträgt bei erwachsenen Männern durchschnittlich 1,27 Liter, bei Frauen 1,13 Liter; das Hirngewicht erwachsener Männer beträgt ungefähr 1400 g, bei gleichgroßen Frauen ist es 100 g leichter (ALLEN, DAMASIO & GRABOWSKI 2002, RUSHTON 1992).

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Mars versus Venus? Teil 7: Gehirn 1/3, Problem des biologischen Determinismus

Problemstellung

Wir haben uns in den vorherigen Teilen vor allem mit der Genetik befasst. Wir konnten feststellen, dass biologisch zwei Geschlechter funktional sind und mit der Produktion unterschiedlicher haploider Keimzellen einhergehen. Intersexuelle hingegen lassen sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen, bilden aber damit kein drittes (oder x-tes) Geschlecht, da sie keinen neuen Keimzellentyp hervorbringen. In der Biologie besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass die beiden biologischen Geschlechter Fakten sind.

Nun mögen vielleicht Penis und Vagina sowie Samen- und Eizelle interessant sein, doch die meisten interessieren sich vor allem für das, was angeblich wirklich Männer und Frauen unterscheidet: ihr Wesen, ihre Persönlichkeit, ihr Fühlen, ihr Denken und ihr Gehirn. Wenn behauptet wird Männer und Frauen seien völlig unterschiedlich, so als ob sie von verschiedenen Planeten kämen, dann treffe es eben auch auf alles zu. Die „Wissenschaft“ dahinter scheint simpel und klar: Die Evolution erschuf Männer und Frauen mit evolutionär unterschiedlichen Aufgaben und entsprechenden Hirnen. Die Geschlechterunterschiede scheinen auch im Gehirn, also damit auch im Verhalten und der Psyche festgelegt („hardwired“): Frauen seien die Sprachbegabteren und können sich besser in andere einfühlen, weil ihre Gehirnhälften besser vernetzt sind. Männer hingegen seien Sprachmuffel, dafür jedoch besser in Mathematik und im räumlichen Denken. Das habe natürlich auch evolutionäre Hintergründe. Während der Steinzeit saßen die Damen zu Hause, kümmerten sich um die Kinder und kommunizierten sehr viel (ob Klatsch- und Tratsch-Magazine in Stein gemeißelt wurden, das konnten Evolutionspsychologen noch nicht beweisen). Männer hingegen waren die Jäger und mussten sich daher räumlich besser orientieren und logischer denken. Dieses Steinzeithirn, welches wir entwickelten, hat auch bis heute noch Bestand, so die gängige Hypothese. Wir können bei Kutscheras Gender-Buch lesen:  Männer seien aufgrund ihres Testosteronspiegels für die Kinderaufzucht ungeeignet (KUTSCHERA 2018: S. 307). Auch die Berufswahl sei geschlechterspezifisch. So interessieren sich Frauen für ihn nicht für die „harten Naturwissenschaften“, sowie für Informatik und Ingenieurswissenschaften (KUTSCHERA 2018: S. 159 & 185). Der Versuch, „junge Frauen mit allen Mitteln dazu zu überreden, Ingenieurinnen zu werden“ sei, so Kutschera, eine „geistige Vergewaltigung heranwachsender Frauen“ (KUTSCHERA 2018: S. 48). Er betont zwar, er würde sich durchaus für die Frauen in der Wissenschaft einsetzen, befürchtet aber gleichzeitig, dass die Biologie „verweichlicht“ (bzw. „verweiblicht„) werden soll (KUTSCHERA 2018: S.116). Interessant, dass hier eine Verbindung zwischen verweichlicht und verweiblicht gezogen wird.

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Mars versus Venus? Teil 6: Liebesleben der Tiere

Wir haben und in den vorherigen Teilen entweder mit absurden „philosophischen“ Ansichten befasst (Butlers queer-Theorie oder Kutscheras Sympathien für Reaktionäre der AfD und der katholischen Kirche) oder sind sehr tief in die Genetik eingedrungen. An dieser Stelle befassen wir uns nun mit dem Liebesleben im Tierreich. Wer ein Interesse daran hat, wie vielfältig das Sexualleben der Tiere ist ohne viel wissenschaftliches „Blabla“, dem kann ich nur „Das Liebesleben der Tiere“ von Katherina von der Gathen empfehlen.

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Mars versus Venus? Teil 5: Schimpansen-Mann und Menschen-Frau?

Eigentlich sollte dieser Teil sich mit den unterschiedlichen Formen der Sexualität bei Tieren befassen. Es würde um Hyänen, Seepferdchen und andere Fische, so wie die Evolution der Geschlechtsorgane gehen. Dieses werde ich nun auf Teil 6 verschieben, da mir ein anderes Thema mehr in den Fingern brannte, nämlich die oft provokant geschilderte These, Männer seien mit Schimpansen näher verwandt als mit Frauen. Betrachtet man sich manche Gestalten wie Donald Trump und George W. Bush, so scheint eine Verwandtschaft belegt (wobei die Schimpansen deutlich besser abschneiden). Doch was ist an diesem Mythos wirklich dran? Darum geht es in Teil 5.

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Mars versus Venus? Teil 4: Das Phänomen Intersexualität

Wir haben, besonders in den Teilen zwei und drei, die biologische Begründbarkeit, weshalb es zwei Geschlechter gibt und warum dies sinnvoll ist, dargelegt. In der Natur gibt es unterschiedliche Mechanismen, wie sich die Geschlechter ausbilden (XX/XY, ZW/ZZ, XX/X0, umweltbedingte Geschlechtsdetermination). Neben getrennten Geschlechtern gibt es sogenannt Hermaphroditen (Zwitter), also jene, die beide Geschlechter in einem Körper vereinigen (z. B. bei vielen Blütenpflanzen oder Schnecken).

Diese Formen der Geschlechtsdetermination entsprechen der Normalverteilung der lebenden Organismen. Es gibt aber natürlich Abweichungen von der „Norm“. Begriffe wie „normal“, „abnormal“, „untypisch“ und „Abweichungen“ sind in der Biologie als wertneutrale Begriffe zu verstehen, die keinerlei Diskriminierung beinhalten. Sie sagen lediglich aus, dass es Individuen gibt, die nicht der Mehrheit entsprechen. Das trifft nun auch auf die Geschlechterverteilung zu.

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Mars versus Venus? Teil 3: Aktenzeichen XY … gelöst!

Anmerkungen zu Teil eins und zwei

englische Version

Einige Leser haben mich darum gebeten, weil sie in Bio nicht so fit sind, dass ich ihnen in Kürze nochmal die wesentlichen Aspekte darstelle.

Genetik und Molekularbiologie sind inhaltsstarke Fächer (wenn man bedenkt, dass alleine die Abschnitte Mitose und Meiose in ALBERTs „Molekularbiologie der Zelle etwa 80 Seiten ausmachen und das Buch selbst über 1600 Seiten hat, kriegt vielleicht eine Vorstellung über die Komplexität dieses Themas), weswegen eine kurze Zusammenfassung sich als schwierig erweist. Ich werde aber, sobald die Gender-Geschichte im Wesentlichen abgeschlossen ist, versuchen die Grundlagen der Molekularbiologie (dieser Begriff erscheint mir übrigens sinnvoller als „Genetik“) kurz darzustellen, ähnlich wie z. B. der Artikel zur phylogenetischen Systematik (ebenfalls ein Thema, welches viele Bio-Studenten zum Wahnsinn treibt. Für die Ungeduldigen empfehle ich z. B. die Seite „Bio einfach erklärt„.

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Mars versus Venus? Teil 2: Warum gibt es zwei Geschlechter?

Die Frage, warum es eben nur zwei Geschlechter geben kann, hat mit ihrer biologischen Funktion zu tun. Hierbei geht es um Sex, Chromosomenzahl und Keimzellenbildung.

Sexualität, bzw. sexuelle Fortpflanzung erschöpft sich nicht nur in der Vermehrung der Individuenzahl, sondern beruht auf der ständigen Neukombination des elterlichen Erbgutes. Damit ist eine gewisse Variabilität der Organismen gesichert. Sex bezeichnet die Gesamtheit aller Phänomene, die in diesen Dienst gestellt werden. Über die Ursprünge und Bedeutung der Sexualität hat schon der Biologe August Weismann hingewiesen (WEISMANN 1883, 1886). Über die Ursprünge und Evolution der sexuellen Fortpflanzung hat LANE (2009) ein Kapitel gewidmet; MARGULIS & SAGAN (1986) haben hierzu ebenfalls ein wunderbares Buch geschrieben (wenn auch teilweise betagt). Für visuell orientierte Menschen empfehle ich folgendes Video, außerdem noch folgendes

englische Version

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Mars versus Venus? Teil 1: Der Irrationalismus der Queer-Theorie

Einführendes

„Men are from Mars, Women are from Venus“, so der Therapeut John Gray, bei der die Behauptung aufgestellt wird, Männer und Frauen seien zwei komplett unterschiedliche Wesen, als ob sie von unterschiedlichen Planeten stammten. Männer seien aggressiv und kriegerisch, aber auch beschützend wie der römische Kriegsgott Mars. Frauen hingegen seien emotional, schön, eitel und fruchtbar wie die Göttin der Liebe Venus. Daraus resultiert die Vorstellung Männer und Frauen verfolgen zwei völlig unterschiedliche Strategien zur Fortpflanzung und jeder ihrer Merkmale – seien sie nun körperlich oder intellektuell – dienen dieser Fortpflanzungsstrategie: Männer und Frauen seien biologisch komplett unterschiedlich und die Unterschiede in ihrem Verhalten seien zum überwiegenden Teil biologisch begründbar und festgeschrieben. Daraus ist auch abzuleiten, dass ihr Sexualverhalten völlig andere Ziele und Vorstellungen habe (er möchte nur seinen Samen verteilen, sie möchte eine romantische Beziehung und Kinder). Die soziale Rolle, also die Gesellschaft, spiele keine entscheidende Rolle; alles, oder zumindest fast alles, sei biologisch begründbar.

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