• Archiv der Kategorie: Geschlechter

Mars versus Venus? (English) Part 2: Why are there two sexes?

The question of why there are only two sexes (and genders!) has to do with their biological function. This article is about sex, chromosome numbers and germ cell formation.

Sexuality or sexual reproduction is not only exhausted in the multiplication of the number of individuals, but is based on the constant recombination of the parental genetic material. This ensures a certain variability of the organisms. Sex refers to the totality of all phenomena that are put into this service. The biologist August Weismann has already pointed out the origins and significance of sexuality (WEISMANN 1883, 1886). LANE (2009) has dedicated a chapter on the origins and evolution of sexual reproduction; MARGULIS & SAGAN (1986) also wrote a wonderful book (albeit partially elderly). For visually oriented people, I recommend the following video, also the following.

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Mars versus Venus? (English) Part 1: The irrationalism of queer theory

Introduction

“Men are from Mars, women are from Venus,” says therapist John Gray, who claims that men and women are two completely different beings, as if they came from different planets. Men are aggressive and warlike, but also protective like the Roman god of war Mars. Women, on the other hand, are emotional, beautiful, vain, and fertile like the goddess of love, Venus. This leads to the idea that men and women pursue two completely different reproductive strategies and that each of their traits – be they physical or intellectual – serve this reproductive strategy: men and women are biologically completely different and the differences in their behavior are for the most part biologically justifiable and determined. It can also be deduced that her sexual behavior has completely different goals and ideas (he only wants to distribute his sperm, she wants a romantic relationship and children). The social role, i.e. society, plays no decisive role; Everything, or at least almost everything, is biologically justifiable.

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Mars versus Venus? Teil 9: Zwei-Geschlechtlichkeit und das Paradoxon des Haufens

Abb. 1: Sind Geschlechter nur ein Spektrum? Aus der Zeichentrickserie “Disenchantment

Auf dieser Seite erschienen mehrere Beiträge, die sich mit der Frage der Existenz der Geschlechter befassen. Das Ergebnis zeigte sich dabei ganz eindeutig: biologische Geschlechter sind real, weil sie sich durch die Produktion haploider Keimzellen definieren. Weil Sex biologisch der Fortpflanzung dient, bei der sich zwei Keimzellen (Spermium und Ei) miteinander verschmelzen, kann es nicht mehr als zwei biologische Geschlechter geben.

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Mars versus Venus? Teil 8: Gehirn 2/3: Frauenhirn und Männerhirn oder Menschenhirn?

zu Teil 7:

Einführendes zum Gehirn

Als Gehirn wird bei Wirbeltieren und einigen Wirbellosen der im Kopf gelegene Teil des Zentralen Nervensystems (ZNS) bezeichnet (als weiterer Bestandteil des zentralen Nervensystems der Wirbeltiere gilt das Rückenmark). Unser Gehirn verarbeitet Sinneswahrnehmungen und koordiniert das Verhalten. Die Länge aller Nervenbahnen zusammengenommen beträgt ungefähr 5,8 Millionen Kilometer (145-fache des Erdumfangs). Das Volumen des Gehirns beträgt bei erwachsenen Männern durchschnittlich 1,27 Liter, bei Frauen 1,13 Liter; das Hirngewicht erwachsener Männer beträgt ungefähr 1400 g, bei gleichgroßen Frauen ist es 100 g leichter (ALLEN, DAMASIO & GRABOWSKI 2002, RUSHTON 1992).

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Mars versus Venus? Teil 7: Gehirn 1/3, Problem des biologischen Determinismus

Problemstellung

Wir haben uns in den vorherigen Teilen vor allem mit der Genetik befasst. Wir konnten feststellen, dass biologisch zwei Geschlechter funktional sind und mit der Produktion unterschiedlicher haploider Keimzellen einhergehen. Intersexuelle hingegen lassen sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen, bilden aber damit kein drittes (oder x-tes) Geschlecht, da sie keinen neuen Keimzellentyp hervorbringen. In der Biologie besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass die beiden biologischen Geschlechter Fakten sind.

Nun mögen vielleicht Penis und Vagina sowie Samen- und Eizelle interessant sein, doch die meisten interessieren sich vor allem für das, was angeblich wirklich Männer und Frauen unterscheidet: ihr Wesen, ihre Persönlichkeit, ihr Fühlen, ihr Denken und ihr Gehirn. Wenn behauptet wird Männer und Frauen seien völlig unterschiedlich, so als ob sie von verschiedenen Planeten kämen, dann treffe es eben auch auf alles zu. Die “Wissenschaft” dahinter scheint simpel und klar: Die Evolution erschuf Männer und Frauen mit evolutionär unterschiedlichen Aufgaben und entsprechenden Hirnen. Die Geschlechterunterschiede scheinen auch im Gehirn, also damit auch im Verhalten und der Psyche festgelegt (“hardwired”): Frauen seien die Sprachbegabteren und können sich besser in andere einfühlen, weil ihre Gehirnhälften besser vernetzt sind. Männer hingegen seien Sprachmuffel, dafür jedoch besser in Mathematik und im räumlichen Denken. Das habe natürlich auch evolutionäre Hintergründe. Während der Steinzeit saßen die Damen zu Hause, kümmerten sich um die Kinder und kommunizierten sehr viel (ob Klatsch- und Tratsch-Magazine in Stein gemeißelt wurden, das konnten Evolutionspsychologen noch nicht beweisen). Männer hingegen waren die Jäger und mussten sich daher räumlich besser orientieren und logischer denken. Dieses Steinzeithirn, welches wir entwickelten, hat auch bis heute noch Bestand, so die gängige Hypothese. Wir können bei Kutscheras Gender-Buch lesen:  Männer seien aufgrund ihres Testosteronspiegels für die Kinderaufzucht ungeeignet (KUTSCHERA 2018: S. 307). Auch die Berufswahl sei geschlechterspezifisch. So interessieren sich Frauen für ihn nicht für die “harten Naturwissenschaften”, sowie für Informatik und Ingenieurswissenschaften (KUTSCHERA 2018: S. 159 & 185). Der Versuch, „junge Frauen mit allen Mitteln dazu zu überreden, Ingenieurinnen zu werden“ sei, so Kutschera, eine „geistige Vergewaltigung heranwachsender Frauen“ (KUTSCHERA 2018: S. 48). Er betont zwar, er würde sich durchaus für die Frauen in der Wissenschaft einsetzen, befürchtet aber gleichzeitig, dass die Biologie “verweichlicht” (bzw. “verweiblicht“) werden soll (KUTSCHERA 2018: S.116). Interessant, dass hier eine Verbindung zwischen verweichlicht und verweiblicht gezogen wird.

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Mars versus Venus? Teil 6: Liebesleben der Tiere

Wir haben und in den vorherigen Teilen entweder mit absurden “philosophischen” Ansichten befasst (Butlers queer-Theorie oder Kutscheras Sympathien für Reaktionäre der AfD und der katholischen Kirche) oder sind sehr tief in die Genetik eingedrungen. An dieser Stelle befassen wir uns nun mit dem Liebesleben im Tierreich. Wer ein Interesse daran hat, wie vielfältig das Sexualleben der Tiere ist ohne viel wissenschaftliches “Blabla”, dem kann ich nur “Das Liebesleben der Tiere” von Katherina von der Gathen empfehlen.

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Mars versus Venus? Teil 5: Schimpansen-Mann und Menschen-Frau?

Eigentlich sollte dieser Teil sich mit den unterschiedlichen Formen der Sexualität bei Tieren befassen. Es würde um Hyänen, Seepferdchen und andere Fische, so wie die Evolution der Geschlechtsorgane gehen. Dieses werde ich nun auf Teil 6 verschieben, da mir ein anderes Thema mehr in den Fingern brannte, nämlich die oft provokant geschilderte These, Männer seien mit Schimpansen näher verwandt als mit Frauen. Betrachtet man sich manche Gestalten wie Donald Trump und George W. Bush, so scheint eine Verwandtschaft belegt (wobei die Schimpansen deutlich besser abschneiden). Doch was ist an diesem Mythos wirklich dran? Darum geht es in Teil 5.

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Mars versus Venus? Teil 4: Das Phänomen Intersexualität

Wir haben, besonders in den Teilen zwei und drei, die biologische Begründbarkeit, weshalb es zwei Geschlechter gibt und warum dies sinnvoll ist, dargelegt. In der Natur gibt es unterschiedliche Mechanismen, wie sich die Geschlechter ausbilden (XX/XY, ZW/ZZ, XX/X0, umweltbedingte Geschlechtsdetermination). Neben getrennten Geschlechtern gibt es sogenannt Hermaphroditen (Zwitter), also jene, die beide Geschlechter in einem Körper vereinigen (z. B. bei vielen Blütenpflanzen oder Schnecken).

Diese Formen der Geschlechtsdetermination entsprechen der Normalverteilung der lebenden Organismen. Es gibt aber natürlich Abweichungen von der “Norm”. Begriffe wie “normal”, “abnormal”, “untypisch” und “Abweichungen” sind in der Biologie als wertneutrale Begriffe zu verstehen, die keinerlei Diskriminierung beinhalten. Sie sagen lediglich aus, dass es Individuen gibt, die nicht der Mehrheit entsprechen. Das trifft nun auch auf die Geschlechterverteilung zu. … weiterlesen

Mars versus Venus? Teil 3: Aktenzeichen XY … gelöst!

Anmerkungen zu Teil eins und zwei

Einige Leser haben mich darum gebeten, weil sie in Bio nicht so fit sind, dass ich ihnen in Kürze nochmal die wesentlichen Aspekte darstelle.

Genetik und Molekularbiologie sind inhaltsstarke Fächer (wenn man bedenkt, dass alleine die Abschnitte Mitose und Meiose in ALBERTs “Molekularbiologie der Zelle etwa 80 Seiten ausmachen und das Buch selbst über 1600 Seiten hat, kriegt vielleicht eine Vorstellung über die Komplexität dieses Themas), weswegen eine kurze Zusammenfassung sich als schwierig erweist. Ich werde aber, sobald die Gender-Geschichte im Wesentlichen abgeschlossen ist, versuchen die Grundlagen der Molekularbiologie (dieser Begriff erscheint mir übrigens sinnvoller als “Genetik”) kurz darzustellen, ähnlich wie z. B. der Artikel zur phylogenetischen Systematik (ebenfalls ein Thema, welches viele Bio-Studenten zum Wahnsinn treibt. Für die Ungeduldigen empfehle ich z. B. die Seite “Bio einfach erklärt“.

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Mars versus Venus? Teil 2: Warum gibt es zwei Geschlechter?

Die Frage, warum es eben nur zwei Geschlechter geben kann, hat mit ihrer biologischen Funktion zu tun. Hierbei geht es um Sex, Chromosomenzahl und Keimzellenbildung.

Sexualität, bzw. sexuelle Fortpflanzung erschöpft sich nicht nur in der Vermehrung der Individuenzahl, sondern beruht auf der ständigen Neukombination des elterlichen Erbgutes. Damit ist eine gewisse Variabilität der Organismen gesichert. Sex bezeichnet die Gesamtheit aller Phänomene, die in diesen Dienst gestellt werden. Über die Ursprünge und Bedeutung der Sexualität hat schon der Biologe August Weismann hingewiesen (WEISMANN 1883, 1886). Über die Ursprünge und Evolution der sexuellen Fortpflanzung hat LANE (2009) ein Kapitel gewidmet; MARGULIS & SAGAN (1986) haben hierzu ebenfalls ein wunderbares Buch geschrieben (wenn auch teilweise betagt). Für visuell orientierte Menschen empfehle ich folgendes Video, außerdem noch folgendes

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