Eigentlich sollte dieser Teil sich mit den unterschiedlichen Formen der Sexualität bei Tieren befassen. Es würde um Hyänen, Seepferdchen und andere Fische, so wie die Evolution der Geschlechtsorgane gehen. Dieses werde ich nun auf Teil 6 verschieben, da mir ein anderes Thema mehr in den Fingern brannte, nämlich die oft provokant geschilderte These, Männer seien mit Schimpansen näher verwandt als mit Frauen. Betrachtet man sich manche Gestalten wie Donald Trump und George W. Bush, so scheint eine Verwandtschaft belegt (wobei die Schimpansen deutlich besser abschneiden). Doch was ist an diesem Mythos wirklich dran? Darum geht es in Teil 5.
Irrationalismus der Quanten-Heilung
Zu Weihnachten (passend zu diesem Feiertag) wurde eine Reihe zum Thema Geschlecht und Sex angefangen. Offensichtlich leben wir in einer Welt des Irrationalismus, denn nicht nur die Biologie wird vergewaltigt durch pseudowissenschaftliche Ansätze (Leugner des Klimawandels, Kreationisten, Impfgegner, Intelligent Design, Rassisten, Sexisten, Queer-Theoretiker), sondern natürlich auch die anderen Wissenschaften. Es ist sicherlich ein Kampf gegen … Weiterlesen
Mars versus Venus? Teil 4: Das Phänomen Intersexualität
Wir haben, besonders in den Teilen zwei und drei, die biologische Begründbarkeit, weshalb es zwei Geschlechter gibt und warum dies sinnvoll ist, dargelegt. In der Natur gibt es unterschiedliche Mechanismen, wie sich die Geschlechter ausbilden (XX/XY, ZW/ZZ, XX/X0, umweltbedingte Geschlechtsdetermination). Neben getrennten Geschlechtern gibt es sogenannt Hermaphroditen (Zwitter), also jene, die beide Geschlechter in einem Körper vereinigen (z. B. bei vielen Blütenpflanzen oder Schnecken).
Diese Formen der Geschlechtsdetermination entsprechen der Normalverteilung der lebenden Organismen. Es gibt aber natürlich Abweichungen von der „Norm“. Begriffe wie „normal“, „abnormal“, „untypisch“ und „Abweichungen“ sind in der Biologie als wertneutrale Begriffe zu verstehen, die keinerlei Diskriminierung beinhalten. Sie sagen lediglich aus, dass es Individuen gibt, die nicht der Mehrheit entsprechen. Das trifft nun auch auf die Geschlechterverteilung zu.
Mars versus Venus? Teil 3: Aktenzeichen XY … gelöst!
Anmerkungen zu Teil eins und zwei
englische Version
Einige Leser haben mich darum gebeten, weil sie in Bio nicht so fit sind, dass ich ihnen in Kürze nochmal die wesentlichen Aspekte darstelle.
Genetik und Molekularbiologie sind inhaltsstarke Fächer (wenn man bedenkt, dass alleine die Abschnitte Mitose und Meiose in ALBERTs „Molekularbiologie der Zelle etwa 80 Seiten ausmachen und das Buch selbst über 1600 Seiten hat, kriegt vielleicht eine Vorstellung über die Komplexität dieses Themas), weswegen eine kurze Zusammenfassung sich als schwierig erweist. Ich werde aber, sobald die Gender-Geschichte im Wesentlichen abgeschlossen ist, versuchen die Grundlagen der Molekularbiologie (dieser Begriff erscheint mir übrigens sinnvoller als „Genetik“) kurz darzustellen, ähnlich wie z. B. der Artikel zur phylogenetischen Systematik (ebenfalls ein Thema, welches viele Bio-Studenten zum Wahnsinn treibt. Für die Ungeduldigen empfehle ich z. B. die Seite „Bio einfach erklärt„.
Mars versus Venus? Teil 2: Warum gibt es zwei Geschlechter?
Die Frage, warum es eben nur zwei Geschlechter geben kann, hat mit ihrer biologischen Funktion zu tun. Hierbei geht es um Sex, Chromosomenzahl und Keimzellenbildung.
Sexualität, bzw. sexuelle Fortpflanzung erschöpft sich nicht nur in der Vermehrung der Individuenzahl, sondern beruht auf der ständigen Neukombination des elterlichen Erbgutes. Damit ist eine gewisse Variabilität der Organismen gesichert. Sex bezeichnet die Gesamtheit aller Phänomene, die in diesen Dienst gestellt werden. Über die Ursprünge und Bedeutung der Sexualität hat schon der Biologe August Weismann hingewiesen (WEISMANN 1883, 1886). Über die Ursprünge und Evolution der sexuellen Fortpflanzung hat LANE (2009) ein Kapitel gewidmet; MARGULIS & SAGAN (1986) haben hierzu ebenfalls ein wunderbares Buch geschrieben (wenn auch teilweise betagt). Für visuell orientierte Menschen empfehle ich folgendes Video, außerdem noch folgendes
englische Version
Mars versus Venus? Teil 1: Der Irrationalismus der Queer-Theorie
Einführendes
„Men are from Mars, Women are from Venus“, so der Therapeut John Gray, bei der die Behauptung aufgestellt wird, Männer und Frauen seien zwei komplett unterschiedliche Wesen, als ob sie von unterschiedlichen Planeten stammten. Männer seien aggressiv und kriegerisch, aber auch beschützend wie der römische Kriegsgott Mars. Frauen hingegen seien emotional, schön, eitel und fruchtbar wie die Göttin der Liebe Venus. Daraus resultiert die Vorstellung Männer und Frauen verfolgen zwei völlig unterschiedliche Strategien zur Fortpflanzung und jeder ihrer Merkmale – seien sie nun körperlich oder intellektuell – dienen dieser Fortpflanzungsstrategie: Männer und Frauen seien biologisch komplett unterschiedlich und die Unterschiede in ihrem Verhalten seien zum überwiegenden Teil biologisch begründbar und festgeschrieben. Daraus ist auch abzuleiten, dass ihr Sexualverhalten völlig andere Ziele und Vorstellungen habe (er möchte nur seinen Samen verteilen, sie möchte eine romantische Beziehung und Kinder). Die soziale Rolle, also die Gesellschaft, spiele keine entscheidende Rolle; alles, oder zumindest fast alles, sei biologisch begründbar.
Phylogenetische Systematik
Befasst man sich mit Evolution, kommt man an einem bestimmten Thema nicht vorbei: der phylogenetischen Systematik. Jeder hat sicherlich den ein oder anderen evolutionären Stammbaum gesehen. Unten stehend ist ein Stammbaum der Primaten dargestellt (Abb. 1). Solche Stammbäume stellen die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den untersuchten Gruppen der Lebewesen dar; zeigen also, welche Arten auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen. Das Ziel dieses Artikels ist es darzustellen nach welchen Regeln und Prinzipien man solche evolutionären Stammbäume erstellt.
Darwins Werke online (Englisch)
Um ein unverfälschtes Bild der Arbeiten und Gedanken Darwins zu haben, ist es am besten man liest ihn im Original. Die Seite http://darwin-online.org.uk/ veröffentlicht seine wichtigsten Werke (in englischer Sprache), so auch sein wichtigstes Werk: The Origins of Species Die Qualität ist nicht die allerbeste, aber Darwins Werke lassen sich oft günstig beziehen.
Michael Crichton, Jurassic Park und die menschliche Gesellschaft
Heutzutage gibt es doch recht wenig hervorragende Literatur. In Zeiten von Schrott-Romanen wie „50 Shades of Grey“, hirnlosen Biographien dilletantischer Schauspieler, Fußballer, Musiker und Ex-Bundespräsidentenfrauen, sowie pseudowissenschaftliche „Sach“bücher von Mulit-Untalenten wie Thilo Sarrazin, fällt es einem doch schwer gute Literatur zu finden. Zu den wenigen Ausnahmen zeitgenössischer Autoren gehören Steven King, George R. R. Martin und Michael Crichton. Letzterer ist leider 2008 verstorben. Doch zwei seiner Bücher lieferten Vorlagen für die wohl spektakulärste Filmreihe: Jurassic Park. Wer die Filme mag (von Jurassic Park 3 abgesehen), wird die Bücher (Jurassic Park & Lost World) lieben. Das Besondere der Bücher ist auch, dass viele Kapitel tiefsinnige wissenschaftliche und philosophische Kapitel haben, die zum Nachdenken anregen. Themen, die in den Filmen oft zu kurz kamen. Ein Kapitel des zweiten Buches befasst sich mit der Evolutionsgeschichte des Menschen, welches hier wiedergegeben werden soll:
Alpha-Männchen – Dumme Assis oder empathische Sympathieträger?
Unsere Gesellschaft erzeugt schon einige absurde Stereotypen und Charaktermasken über die Rolle der Menschen in einer Gesellschaft und verkauft sie als dessen „Natur“. Zu den bekanntesten gehört die Rolle des sogenannten „Alpha-Männchen“. Die meisten stellen sich unter einem „Alpha-Männchen“ einen Typen vor, der möglichst viele Weibchen begattet (fremdgehen erlaubt), da er seinem genetischen Imperativ folgen muss. Ein „Alpha-Männchen“ muss körperlich stark und muskulös sein und am besten viel Kohle und nen dickes Auto haben. Intelligenz, Empathie und sozialer Umgang sind nicht unbedingt notwendig, es sei denn es ginge darum irgendeine Frau ins Bett zu kriegen: da könne man ja sowas vortäuschen. Eigentlich ein absoluter Voll-Assi und A…loch, auf den die Frauen angeblich so abfahren. Schließlich zeigen es ja uns solch „hoch-intelligente“ Sendungen, wie „der Bachelor“ oder geistig retardierte Reality-Soaps wie „Berlin Tag und Nacht“, wie ein alpha-Männchen auszusehen hat. Will man es etwas „niveauvoller“, nimmt man James Bond.
Video: Entwicklung der Dinosaurier
Ein Ausschnitt aus einer Dokumentation über Dinosaurier aus dem Jahr 1991. Damit ist zwar das Video doch in die Jahre gekommen. Aber irgendwie haben diese alten Dokumentationen etwas Schönes. Es ist nicht nur Nostalgie, sondern in diesen Dokus steckt noch echte, pädagogisch wertvolle Wissenschaft und nicht irgendso nen N24-Mist über militärisch organisierte Kampf-Saurier, die sich nur blutig zerfleischen …
Carl Sagan über Evolution
Ein schönes, wenn auch altes, Video über die Evolution. Ein Genuss fürs Auge und für die Ohren
Organismen als hydraulische Konstruktionen
Eine Zusammenstellung von Michael Kubi (2018)
als pdf: Organismen als hydraulische Konstruktionen
Morphologie – was ist das?
Die Morphologie (Gestaltlehre) ist eine der grundlegenden Wissenschaftszweige in der Biologie. Denn sie erforscht den Bau und die Funktionen eines Organismus. Durch sie werden z. B. die Baupläne im Tierreich erkannt. In einem Bauplan werden die gemeinsamen neuen und ursprünglichen Merkmale einer systematischen Gruppe (Taxon) dargestellt. Im Tierreich werden gegenwärtig 36 Grundbaupläne (BURDA et al. 2008, siehe Abb.1) unterschieden, aus denen sich alle Lebewesen entwickelt haben und im Laufe der Evolution differenzierten. Diese Grundbaupläne werden als Stämme oder Phylum bezeichnet. Zu den bekanntesten Stämmen im Tierreich gehören z. B. die Chordaten (wozu auch die Wirbeltiere gehören), Arthropoden (Insekten, Spinnen, Krebse, Tausendfüßer), Anneliden (Regenwürmer) und Mollusken (Schnecken, Muscheln, Tintenfische).
Dinosaurier und die Arche Noah
Nach längerer Zeit habe ich diesen hirnverbrannten Unsinn wiederentdeckt:
Biodiversity Hotspots: Brennpunkte der Evolution.
Unsere belebte Welt zeichnet sich vor allem durch eines aus: eine unermessliche Vielfalt an Formen des Lebens. Wie einem Wunder gleich, so sind sie doch Produkte des natürlichen Ablaufs der Evolution.
Mittlerweile kennt die Wissenschaft ca. 2 Millionen (2.000.000!) beschriebene, heute lebende Tier-, Pflanzen-, Pilz-, und Bakterienarten. Doch damit nicht genug: Jährlich werden tausende neue Arten beschrieben. Und damit sind nicht nur irgendwelche Käfer oder Ameisen gemeint. Hin und wieder schaffen es sogar die, sonst als völlig bekannt vermuteten, großen Säugetiere auf die Liste neu entdeckter Arten. Dieser Link zeigt die Top 10 der letzten 10 Jahre
Was sind Tiere?
Diese Frage mag einem merkwürdig vorkommen, da man es für eine Selbstverständlichkeit hält. Doch was unterscheidet das Tier von einer Pflanze oder einem Pilz?
Viele kommen zu dem Schluss, dass Tiere sich von Pflanzen oder anderen Tieren ernähren müssen, während Pflanzen Photosynthese betreiben können.
Doch das stimmt nicht ganz. So gibt es einige Pflanzen, die keine Photosynthese betreiben können, so z. B. Vertreter der Grünalgengattung Polytomella oder der Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis), einer parasitären Orchideenart ohne Chlorophyll (dem Farbstoff, der die Photosynthese ermöglicht).
„Mrs.“ Garrison (South Park) erklärt die Evolutionstheorie
In diesem Video erklärt die transexuelle, kreationistische Lehrer“in“ „Janet“ Garrision ihre Sicht der Evolution:
Was ist Evolution?
Der Begriff der Evolution ist zwar vielen geläufig, doch führt er häufig zu Missverständnissen. Für die einen ist es bloß eine „Theorie“, für andere wieder eine Art Ersatzreligion oder gar der Inbegriff des Bösen.
Dabei bezeichnet Evolution nichts weiter als die allmähliche Veränderung der Lebewesen durch Generationen und Zeiträume. Durch diese Veränderungen entstehen dauernd neue Lebensformen, während andere wieder aussterben.